Braune Ödnis statt üppiger Blütenpracht?

Mit diesen Pflanzen für den trockenen heißen Standort blüht Dein Garten schnell wieder auf.

Farbenfrohen Häusern aus der Kolonialzeit säumen die Stadt Viñales. Sie ist Ausgangspunkt für Ausflüge ins gleichnamige Tal (Valle de Viñales) mit einer wunderschönen bewegten Landschaft und beeindruckende Kegelberge, den Mogotes. Auf dem Pferderücken führen uns die Wege durch weitläufige Felder sattgrüner, kräftiger Tabakpflanzen. Sie gedeihen auf ziegelroter, feinkrümeliger Erde. Bei einem Tabakbauer halten wir und rauchen unsere erste Zigarre. Später besuchen wir eine Zigarrenfabrik in Pinar del Rio. Dort in der Fabrica de Tabacas Francisco Donatien sehen wir den Arbeitern beim Zigarrendrehen zu. Sie wählen die Tabakblätter mit geschultem Auge, drehen und rollen sie mit spielerischer Leichtigkeit. Jeder Handgriff sitzt. Ein erfahrener Zigarrenroller schafft eine Zigarre in zwei Minuten. Die Kunst besteht darin, die Tabakblätter so zu falten, dass feine Rillen entstehen, durch die der Rauch nach dem Anzünden ziehen kann.

Wir erfahren, dass die Zigarrenherstellung ist ein komplexer Prozess ist. Er erfordert viele kleine und spezialisierte Arbeitsschritte:

Ernte und Vorbereitung

Der Tabakanbau ist wie vor Jahrhunderten sehr traditionell. Ochsengespanne pflügen den Boden. Eine schwere Arbeit… Nach der Ernte werden die Blätter zu Bündeln zum Trocknen aufgehängt. Fertig getrocknet erfolgt die Fermentierung. Der Lager- und Reifeprozess ist langwierig und kann sogar Jahre dauern. Die Blätter durchlaufen einen Ablagerungsprozess in dem das typische Aroma entsteht. Bittere und ungenießbaren Stoffe werden durch diesen Prozess beseitigt.

Mit geschultem Auge

In der Fabrik werden insbesondere die Deckblätter sorgfältig behandelt. Ein spezieller Befeuchtungsprozess verleiht ihnen Geschmeidigkeit und Glanz. Die Despalilladoras entrippen die Deckblätter und jedes Blatt wird halbiert. Die Rezagadoras sortieren die Tabakblätter nach Farbe, Größe und Struktur. Der Torcedor stellt die einzelnen Lagen zusammen. Das Innere bildet eine gewickelte Einlage, um das ein Umblatt gerollt wird. Drei Blattarten mit unterschiedlichen Charakteristiken, wie Volado, Seco und Ligero wachsen an unterschiedlichen Stellen der Tabakpflanze. Vom unteren Teil stammen die Volados. Sie sind mild mit einem guten Abbrandverhalten. Die Seco-Blätter der Mitte sind besonders aromatisch. Die Ligeros, wachsen an der Spitze. Sie sorgen für eine ordentliche Portion Stärke. Der Blender Tabaquero maestro bestimmt die Blattauswahl und die Tabaksorte und auch welches Blatt in die Mischabteilung darf. Er überwacht auch den Reifeprozess.

Die Zigarre entsteht

Besonders geheimnisvoll ist die Tabakmischung, die vom Ligador durchgeführt wird. Er übergibt dem Torcedores eine Mischung für 50 Zigarren. Dieser beginnt mit dem Rollen der eigentlichen Zigarre. An seinem Arbeitsplatz braucht er einen Tisch, eine Guillotine, einen Topf mit pflanzlichem Klebstoff und ein rechteckiges Holzbrett.

Zunächst rollt er die Einlage in das Umblatt und formt den Wickel. Danach fertigt er das Deckblatt, das mit dem Winkelmesser passend geschnitten und auf den Wickel gerollt wird. Die Kappe, die das Deckblatt am Zugende befestigt, wird ausgestanzt und auf das Brandende angepasst. Die Zigarre hat ihre Form.

Proberauchen für die Qualität

Jetzt erfolgen Qualitätskontrollen. Die fertiggestellten Zigarrenbündel werden stichprobenartig verkostet. Der Catador raucht die Zigarre, um deren Qualität zu prüfen. Der Controlador überprüft die Zigarren auf Form, Länge, Umfang und Gewicht.

Der letzte Schliff

Zum Ruhen gelangen sie in einen Klimaraum. Hier werden sie in hohen Zedernholzregalen mehrere Monate bei einer Temperatur zwischen 16 und 18 Grad und Luftfeuchtigkeit bei 65 bis 70 Prozent gelagert. Vor dem Verkauf werden die Zigarren nach ihrer Deckblattfärbung sortiert. Die Anilladoras sorgen für die Bauchbinde, die um die Zigarre geklebt wird. Der letzte Schritt – die Verpackung in Zigarrenkisten mit Garantiesiegeln, Garantiestempeln und der Lithografie.

Krimis für die Arbeiter

Eines ist besonders spannend… neben den genannten Berufen gibt es auch sogenannte Lectores. Sie lesen den Arbeitern während der Arbeit Romane, Zeitungsausschnitte oder andere Schriftstücke vor. Ist das nicht toll… Agatha Christie und Miss Marple…

Mir ist jetzt klar, warum die kubanischen Zigarren ihren Preis haben. Es ist immerhin ein sehr aufwändiger Prozess. Deshalb heißt es; man sollte eine Zigarre genießen und zwar durch Paffen. Das heißt, der Rauch soll nicht in die Lunge gelangen, sondern nur in die Mundhöhle.

Und man sollte sich Zeit lassen. Vielleicht bei einem Glas Havanna Club – 7 Jahre… Aber das ist eine andere Geschichte, eine Geschichte mit kubanischem Zuckerrohr…

Buchtipps:
Und wenn Du dann so da sitzt mit einer guten Zigarre, dann fehlt nur noch ein gutes Buch. Passend zu der Zigarre habe ich mir einige Bücher angesehen, die ich dir gerne empfehlen möchte.

Und Du glaubst gar nicht, wieviele Bücher es gibt, in denen die Zigarre die Hauptolle spielt:

* Die guten Dinge: Zigarren von Colin Ganley

* Kubanische Zigarren von Luigi Ferrin und Marcus Würmli

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