Wenn ich an Heidegärten denke, denke ich an meine Oma. Sie schwärmte von der Kargheit, Weitläufigkeit und Ruhe der Heidelandschaft. Sie liebte es, wenn die Heide blühte und ihren rosaroten Blütenteppich im Spätsommer über eine weite Landschaft ausbreitete. Sie wollte immer so einen Garten anlegen. (Hat sie nie)

Dabei ist er pflegeleicht. Natürlich nur, wenn der Standort passt.

Vielleicht hast du ja einen locker, sandig, humosen Boden, der zudem kalkarm ist. Dann kannst du einen solchen Garten ohne großen Aufwand anlegen. Ach ja, der Heidegarten sollte unbedingt sonnig und offen liegen.

 

Wie entstand die Heide?

Kurz gesagt: durch menschliche Bewirtschaftung. Die Wälder wurden für Weideland und Ackerflächen gerodet. Der Boden wurde abgetragen und in den Ställen als Einstreu genutzt. Mit Kot vermischt, wurde diese Mischung wieder auf die Äcker ausgebracht. So entstanden über die Zeit karge Böden auf den Flächen, die um die oberste Schicht „beraubt“ wurden. Es entwickelten sich die typisch, kargen Heidelandschaften.

 

Wo findest du Heidelandschaften?

Die ausgedehntesten Zwergstrauch- Heiden sind in West und Nordeuropa zu finden. Im nordwestdeutschen Tiefland, zwischen Elbe und Weser bzw. Aller, liegt das wohl bekannteste deutsche Heidegebiet, die Lüneburger Heide.

Den weiten Heidelandschaften westlich der Ems schließen sich die holländischen Heiden an. Ausgedehnte Heidelandschaften weisen auch Ostfriesland, die Westküste Schleswig-Holsteins und der Nordwesten Mecklenburgs auf.

Ein schmaler Streifen Heidevegetation folgt der ganzen Ostseeküste, meist mit Unterbrechungen an den Flussmündungen. Nur stellenweise verbreitert er sich etwas und geht dann in die Heidemoorgebiete Litauens über.

In Mitteleuropa kommen Heiden, die auf saure, silikatreiche Böden beschränkt sind, nur kleinflächig vor und zeigen oft mit benachbarten Pflanzengemeinschaften der Hoch- und Zwischenmoore, Kiefern- und Kiefernmischwälder oder Steppen- Heiden die mannigfaltigsten Mischungen.

Gehäuft treten sie auf Sandflächen und an Binnendünen in der Lausitz und in der märkischen Landschaft sowie in den niederschlagsreicheren Mittelgebirgen und deren Vorländern auf. Hier besiedeln sie die sauren, aus der Verwitterung hervorgegangenen Böden.

Hilfe – die Heide schrumpft!

Leider wird die Heide kleiner. Sie schrumpft. Die Vorstellung, weißleuchtender Birkenstämme, dunkler Kiefern, knorrig wachsender Wacholder oder besenförmiger Ginstersträucher inmitten rotblühenden Heidekrautes stimmt in manchen Gegenden nicht mehr.

Viele ehemalige Heideflächen werden inzwischen landwirtschaftlich genutzt, wurden aufgeforstet oder werden inzwischen durch Autobahntrassen durchschnitten.

So zum Beispiel die Lüneburger Heide; sie erstreckte sich früher von Hamburg bis vor den Toren Hannovers und hat vor allem die Worpsweder Künstler, Maler wie Dichter inspirierte und beflügelte.

Heute gibt es nur noch kleinere zusammenhängende Gebiete in Deutschland.

Heide ein altes Motiv in der Gartengestaltung

Seitdem sich die Gartengestaltung nicht mehr nur auf rein geometrische Formen beschränkt, sondern natürlichen Vorbildern folgt, war der Heidegarten immer mal wieder ein beliebtes Motiv.

Ein Motiv allerdings, das heute wie gesagt, ein wenig aus der Mode gekommen ist.

Bereits der Gartenarchitekt Willy Lange schrieb in seinem Buch Gartengestaltung der Neuzeit“;

„Der Heidegarten hat die Phantasie der Gartenästheten nie zur Ruhe kommen lassen“

Und selbst Karl Foerster äußerte sich in seinem Buch Steingarten der sieben Jahreszeiten bei der Betrachtung vom Heidegärtchen am Kiefernwald mit folgendem tiefem Naturgefühl:

„Man glaubt nicht, welchen Zauber die Heidegärtchen bei größerer Genügsamkeit entfalten: sie könnten zu Stätten einer wunderlichen Stille werden und Gartenfarben um unersetzliche Tönungen bereichern. Es sei auch daran erinnert, dass uns Heidegärtchen nicht nur mit der Lüneburger Heide, sondern auch mit mächtigen Zügen des gesamten Vegetationsteppich der Erde verbinden.“

Die Idee der Gartenkunst war damals schon, die Natur nicht 1:1 zu kopieren, sondern zu stilisieren und künstlerisch zu überhöhen. Alles Unwesentliche sollte einfach weggelassen werden. Nur das Charakteristische sollte gesteigert zum Ausdruck gebracht werden.

 

Ein Heidegarten überall?

Auf Grundstücken mit armem, sandigem Boden, der das schon durch Kiefern und Birken anzeigt, ist es kaum möglich, Gärten zu schaffen, in denen alles üppig wächst. Jedenfalls nicht ohne mühsamen und hohem finanziellen Aufwand. Hier müssten erst die Voraussetzungen und Bedingungen geschaffen werden. 

Andererseits wäre es doch ziemlich sinnlos, auf einem Gelände mit gutem, langjährig bearbeiteten Gartenboden künstlich eine Heidelandschaft entstehen lassen zu wollen. Auch hier müsste man damit rechnen, dass die Heidepflanzung schon bald von schnellwüchsigen Unkräutern überwuchert und verdrängt werden würde.

Deshalb macht ein Heidegarten nur dort Sinn, wo die natürlichen Gegebenheiten den Bedürfnissen der Heidepflanzen entsprechen. Der Raum um Berlin zum Beispiel, den man auch „Berliner Sandbüchse“ nennt, wäre so eine Region, wo sich Heidegärten leicht anlegen ließen. Oft wird gerade dort beklagt, dass in dem sandigen Boden nichts wächst. Ein Heidegarten scheint eine passende Lösung.

 

Heide Zwei-Punkt-Null – ein altes Landschaftsmotiv erfindet sich neu

Zugegeben, Heidegärten sind gerade nicht „en vogue“. Eher werden mediterrane Gärten oder Präriegärten angelegt.

Aber Heidegärten haben viel gestalterisches Potenzial und sind dazu noch pflegearm (wenn sie richtig angelegt werden).

Auch das Angebot an Sorten und damit das farbliche Angebot ist inzwischen enorm gewachsen. Es gibt wirklich alle erdenklichen Farben. Deshalb kommt es vor, dass Heidegärten hin und wieder sehr knallig und kontrastreich (zum Beispiel Gelb mit Pink) kombiniert sind. Suche doch mal im Netz nach Fotos von Heidegärten. Du wirst staunen, wie bunt so ein Heidegarten sein kann. Mich schreckt das eher ab. Aber muss das so sein?

Es gibt inzwischen auch die natürlich sanften Farbtöne im Angebot. Töne, wie Weiß, Mauve, Lavendel, Hellrosa… Sie sind nicht knallig oder schreiend farbig und laut. Kombiniert man sie Ton in Ton und mit Kiefern, Wacholder, Birken und Gräser, ergeben sich ausgewogene, harmonische und natürliche Kombinationen.

Noch etwas zur Gestaltung selbst; die Heide ist eher ein Landschaftsmotiv, das auf größeren Flächen am eindrucksvollsten wirkt. Aber vielleicht kann man ein Heidemotiv mal mit modernen Materialien kombinieren, wie es mit mediterranen Pflanzen inzwischen üblich ist.

Ein Vorschlag für dich quer durch alle Jahreszeiten:

 

Bild links oben: Aster amellus, Calluna vulgaris Adrie, Calluna vulgaris `Beoley Silver`, Armeria maritima, Armeria maritima `Alba` , Antennaria dioica ‚Rotes Wunder‘
Bild rechts oben: Helleborus orientalis `Double Ellen White Spotted`, Festuca mairei, Festuca gautieri `Pic Carlet`, Leucojum aestivum ‚Gravetye Giant’Leucojum aestivum ‚Gravetye Giant‘, Molinia caerulea `Edith Dutzus`, Ipheion uniflorum 
Bild links mittig: Rose Plaisanterie, Rose `Ballerina`, Muscari armeniacum, Veronica spictata, Daboecia cantabrica, Jasione montana

 

Bild oben: Campanula carpatica ‚White Uniform‘, Crocus tommasinianus, Dianthus arenarius, Calluna vulgaris `Heike`, Calluna vulgaris `Grizabella`, Calluna vulgaris Silver Knight
Bild oben: Helleborus orientalis `Double Ellen Red`, Calluna vulgaris, Pinus mugo var.mughus, Festuca cinerea ‚Festina‘, Dianthus carthusianorum, Eryngium planum

Welche weiteren Pflanzen kannst du in den Heidegarten setzten?

In einem Heidegarten wachsen neben den Arten, wie Besenheide, Irische Heide oder Schottischer Heide, Wacholder, Kiefern, Erica und Co weitere ideale Begleitpflanzen, die diese aufs Vortrefflichste ergänzen. Es sind Gräser, Zwiebelblumen oder kleinere Gehölze. 

Nachfolgend geben die geeigneten Arten (nicht nur Heide Arten) einen Überblick:

Stauden

  • Adonisröschen – Adonis amurensis, Adonis vernalis
  • Waldanemone – Anemone sylvestris
  • Bergaster – Aster amellus
  • Christrose – Helleborus niger ssp.macranthus
  • Eberwurz – Carlina acaulis
  • Edeldistel – Eryngium planum
  • Ehrenpreis- Veronica Arten
  • Elfenbeindistel- Eryngium giganteum
  • Enzian- Gentiana Arten
  • Feldthymian- Thymus serphyllum
  • Fetthenne- Sedum spurium, spectabile, thelephium
  • Fingerhut- Digitalis purpurea
  • Gartensalbei- Salvia officinalis
  • Glockenblumen- Campanula Arten
  • Grasnelke- Armeria maritima
  • Heidenelke- Dianthus deltoides
  • Katzenminze- Nepeta fassenii
  • Katzenpfötchen- Antennaria dioica
  • Königskerze- Verbascum Arten
  • Kuhschelle- Pulsatilla vulgaris
  • Pfingstnelke- Dianthus gratianopolitanus
  • Sandstrohblume- Helichrysum arenarium

Zwerg- Kleingehölze

  • Ährenheide-Erica spiculifolia (syn. Bruckenthalia spiculifolia)
  • Cornwallheide- Erica vagans
  • Bewimperte Alpenrose-Rhododendron hirsutum
  • Bärentraube- Arctostaphylos uva-ursi
  • Besenheide- Calluna vulgaris
  • Bibernellrose- Rosa pimpinellifolia
  • Blaubeere- Vaccinium myrtillus
  • Moosheide- Phyllodoce caerulea
  • Färberginster- Genista tinctoria
  • Flügelginster- Genista sagittalis
  • Geißklee- Genista Arten
  • Glockenheide- Erica Arten
  • Siebenbürger Heide –Erica spiculifolia ‚Alba‘ (Syn. Bruckenthalia)
  • Gagelstrauch-Myrica gale
  • Heidekraut- Calluna vulgaris
  • Krähenbeere- Empetrum nigrum
  • Lavendel- Lavandula angustifolia (keine HPfl)
  • Lavendelheide- Andromeda polifolia
  • Lorbeerrose- Kalmia Arten
  • Moorheide- Erica tetralix
  • Porst- Ledum palustre
  • Preiselbeere- Vaccinium vitis-ideus

 

 

  • Rauschbeere-Vaccinium uliginosum
  • Rosmarinheide- Pieris floribunda
  • Rosmarinseidelbast- Daphne cneorum
  • Sandginster- Genista pilosa
  • Scheinbeere- Gaultheria procumbens
  • Schneeheide- Erica carnea
  • Sonnenröschen- Helianthemum nummularium
  • Stechginster- Ulex europaeus
  • Torfmyrthe- Pernettya mucronata
  • Zwergbirke- Betula nana
  • Zwergmispel- Cotoneaster dammeri

Farne

  • Adlerfarn-Pteridium aquilinum
  • Tüpfelfarn-Polypodium vulgare
  • Hirschzungenfarn- Asplenium scolopendrium
  • Königsfarn- Osmunda regalis
  • Rippenfarn- Struthiopteris spicant
  • Straußfarn- Matteucia struthiopteris

Gräser

  • Bärenfellgras – Festuca gautieri
  • Berg Segge- Carex montana
  • Kleines Pfeifengras- Molinia caerulea
  • Blauschwingel- Festuca cinerea
  • Federgras- Stipa Arten
  • Hainsimse- Luzula nivea
  • Schillergras- Koeleria glauca
  • Rasenschmiele- Deschampsia caespitosa
  • Riesen Segge- Carex pendula
  • Zittergras- Brizza media

 

Knollen und Zwiebelgewächse

  • Blaustern- Scilla sibirica
  • Herbstzeitlose- Colchicum Arten
  • Krokus- Crocus Arten und Sorten
  • Märzenbecher- Leucojum vernum
  • Milchstern- Ornithogalum umbellatum
  • Puschkinie- Puschkinia scilloides var. linbanotica
  • Schneestolz- Chinodoxa luciliae
  • Schneeglöckchen- Galanthus Arten
  • Schwertiris- Iris reticulata
  • Traubenhyazinthe- Muscari botryoides
  • Tulpe- Tulipa kaufmanniana
  • Walstulpe- Tulipa sylvestris
  • Winterling- Eranthis hyemalis

Zwerg-Nadelgehölze

  • Zwergwacholder- Juniperus communis var. depressa
  • Zwergfichte- Picea abies ‚Maxwellii‘
  • Fichte- Picea abies ‚Procumbens`
  • Kriech-Fichte- Picea abies ‚Repens‘
  • Krummholzkiefer- Pinus mugo var. mugo
  • Zwergkiefer- Pinus mugo var. pumilo
Übrigens; außer den wenigen, genannten Wildrosen Arten eignen sich zahlreiche Sorten der Strauch und Parkrosen, bei denen der Wildrosencharakter erhalten blieb.

In weiträumigen Anlagen mit Heidecharakter sind auch Bäume wie Ebereschen, Sorbus aucuparia, Sandbirken, Betula pendula sehr wirkungsvoll. Sie können einzeln oder in kleinen Gruppen gepflanzt werden. 

Weitere Bäume können sein:

  • Apfel- Malus sylvestris
  • Feldahorn- Acer campestre
  • Kiefer- Pinus sylvestris
  • Lärche- Larix decidua
  • Schwarzkiefer- Pinus nigra
  • Weißdorn- Crataegus monogyna
  • Vogelbeere- Sorbus aucuparia (Bild)

Wann blühen die verschiedenen Heidekräuter?

Wenn man es geschickt anstellt, kann man Heidekräuter rund um das Gartenjahr blühend erleben:

  • Erica gracilis – Glockenheide: August bis Oktober
  • Calluna vulgaris – Besenheide: Juni bis Januar
  • Erica carnea – Winterheide: November bis April
  • Erica darleyensis – Englische Heide: November bis April
  • Erica vagans – Cornwall Heide: Juni bis September
  • Erica tetralix – Glockenheide: Juni bis September
  • Erica cineria – Grauheide: Juni bis September
  • Daboecia – Irische Glockenheide: Juni bis Oktober

Bodenmodellierungen für den Heidegarten

In der Natur sind für die Heidelandschaft die Weite und ruhige Linienführung eines leicht bewegten Geländes charakteristisch.

Legt man den Heidegarten eher landschaftlich an, dann ist es für größere Gärten kaum ein Problem das Gelände leicht zu modellieren. Die Betonung liegt auf sanft, denn die Modellierung soll kein technisches Bauwerk sein. Harte steile oder abrupte Kanten sind hier nicht gewollt. Alles soll eher fließend sein und oft reichen schon kleine Bewegungen im Zentimeterbereich. Es soll schließlich keine Zwergen- Hügellandschaft entstehen.

Kleine Flächen sind ehr schwierig zu modellieren. Hier wäre es besser von künstlichen Bodenbewegungen abzusehen. Denn die großzügige und abwechslungsreiche Heidelandschaft lässt sich nicht in einen kleinen Garten bannen.

Wege durch den Heidegarten

Neben ihrer rein zweckmäßigen Funktion kommt den Wegen auch eine ästhetische Bedeutung zu:

  • Alle Wege oder Stege durch den Heidegarten müssen einen Sinn erfüllen. Es soll den Benutzer zweckmäßig durch den Garten leiten.
  • Wege sind für die Pflegearbeiten sinnvoll und auch oder vor allem, um die darin wachsenden kostbaren Pflanzen zu betrachten.
  • Sie sollen ebene und weite Flächen gliedern und in geschickter Verbindung mit den Pflanzen die Gesamtwirkung des Beetes durch abwechslungsreiche Motive steigern.
  • Wie auch die Bodenmodellierung, soll auch der Weg eine leicht bewegte Linienführung im Wegeverlauf haben. Das wirkt sehr natürlich und sanft. Vermeiden solltest du dagegen ein planloses im Gelände stark herumschlängelndes Wegesystem. Das wäre sehr unnatürlich.
  • Der Wegverlauf muss eher logisch sein. Ein Abweichen von einer gerade Linienführung und Richtung sollte augenfällig begründet sein. So zum Beispiel, dass du einem Stein ausweichst oder eine Gehölzgruppe im Weg steht, um die der Weg dann einen sanften Boden macht. Wäre logisch oder?

Der Weg braucht nicht aufwändig hergestellt oder befestigt werden. So können Wege durch den heidegarten beschaffen sein und angelegt werden:

  • Die einfachste Lösung ist diese; einen schmalen, höchstens 80cm breiten Weg mit der Harke etwas vertieft auszuharken oder einfach festzutreten. Eine Auflage aus Kies, Brechsand oder Mulch macht vor allem bei nasserer Witterung Sinn. Hier genügt eine Schicht von 2-3 cm.
  • Noch schöner ist es natürlich Polygonalplatten als Schrittplatten oder eng als Weg verlegt, zu verwenden. Allerdings sollen sie vom Material nicht zu sehr dominieren, sondern sich eher dem Gesamtcharakter unterordnen.
  • Eine weitere Möglichkeit, die optisch gut passt ist sind Knüppelwege aus Holz. Hier eigenen sich Birken-, Kiefern-, Fichtenstangen, die als Rund- oder Halbrundhölzer verwendet werden können.

Verwendung von Steinen

Besonders schön in Heidelandschaften wirkt das Zusammenspiel zwischen Stein und Pflanze. Die heute noch in den Wäldern oder Heiden Norddeutschlands zu verstreuten mehr oder weniger großen Findlingen stammen aus Skandinavien und sind meist aus schwedischem Granit. Durch den Transport als eiszeitliches Geschiebe und auch durch Windschliff wurden die Kanten gerundet.

Wenn man heute Steine in den Heidelandschaften findet, liegen sie meist flach auf dem Boden. Oft sind sie bis zur Hälfte und mehr in die Erde eingebettet. Selten erscheinen sie also in ihrer ganzen Mächtigkeit und Größe. Man sieht den einzeln liegenden und „verirrt“ wirkenden Steinen also an, dass sie dort schon lange im Boden liegen.

Für die Verwendung der Steine im Garten bedeutet das, dass du sie auch so naturgemäß verwenden solltest. Das solltest du beachten:

  • Sie sollen auf der „faulen“ Seite liegen. Also die schwerste Seite des Steins liegt unten und ist zu einem Drittel eingebgaben. Steil aufgestellte Steine wirken wie Hinkelsteine und etwas lächerlich, weil widernatürlich.
  • Auch kommen in Heidelandschaften die Steine verstreut und einzeln vor. Deshalb vermeide Steinhaufen bzw. viele kleine Steine.
  • Besser ist es, in mäßiger Anzahl nur wenige Steine zu verwenden. Dafür jedoch besonders schöne ausgewählte Exemplare. Diese müssen in ihren Ausmaßen den räumlichen Gegebenheiten des Gartens entsprechen, damit sie nicht beherrschend wirken.
  • Entscheidend ist die Wirkung zwischen Pflanze und Stein. Für einen ungezwungen gelagerten ausdrucksvollen Findling sind schöne Gehölze, Gräser oder größere Stauden die passende Gesellschaft. In der Natur ist es ja auch so, dass im Schutz eines Steines, vielleicht Gehölze wie Birken oder Wacholder keimen und hervorkommen. All das wirkt auch im Garten sehr natürlich.

Vorbereitung und Bearbeitung des Bodens

Ich möchte nochmal ausdrücklich betonen, dass es keinen Sinn macht einen Heidegarten auf einem Grundstück mit frischem, nahrhaftem Boden anzulegen. Heidegärten sollte man dort anlegen, wo die natürlichen Bedingungen und Voraussetzungen gegeben sind.

Auf einem armen sandigen Boden, wo die Voraussetzung fehlt, einen paradiesischen Garten in aller Opulenz anzulegen, macht es absolut Sinn einen Garten in Heidecharakter zu schaffen. Das ist authentisch und glaubwürdiger und spart Zeit, Kosten und Mühe.

Ideal sind natürlich natürliche Heideböden. Wenn du in einer natürlichen Heidegegend wohnst, musst du sicher nicht viel machen und kannst einfach loslegen.

Für den Fall, dass diese Bedingungen noch nicht so optimal sind, hilft dir vielleicht die folgenden Informationen, was Heidepflanzen nicht mögen und was sie wirklich brauchen, um optimal zu wachsen:

Was Heidepflanzen nicht mögen

  • Heidepflanzen brauchen keine Nährstoffanhäufung im Boden. Zu viele Nährstoffe sind für alle echten Heidegewächse pures Gift. Keine Verbesserung des Bodens mit Mist, Dung oder nährstoffreiche Erden.
  • Sie vertragen keinen kalkhaltigen Boden
  • Sie mögen keinen zu durchlässigen armen Boden, der zu schnell austrocknen (Ballen die schnell austrocknen)

Was Heidepflanzen brauchen

  • Sie brauchen eine niedrigen PH Wert unter 5, das heißt einen leicht sauren Boden.
  • Sie brauchen einen humusreichen durchlässigen Boden, gute Drainage
  • Sie benötigen einen trockenen bis frischen Boden
  • Sie benötigen einen sonnigen Standort in luftfeuchten Lagen. Wo das nicht gegeben ist, muss die fehlende Luftfeuchtigkeit durch reichliche Bodenfeuchtigkeit ausgeglichen werden. Verbesserung des Wasserhaltevermögens durch Humus oder Lehm (besser Bentonit Granulat)
  • Hergerichtete Erden, wie Nadelstreu- und Lauberden (Eichenlaub) – Sandgemisch sollen mindestens eine Spatenstichtiefe haben, um das Austrockenen des Bodens zu vermeiden.

Falls du im Heidegarten einige kalkliebenden Pflanzen verwenden möchtest, wie Adonisröschen, Kuhschelle, Silberdistel, Rosmarinseidelbast oder Bergaster, dann lässt sich der entsprechende Pflanzplatz leicht durch etwas feinkörnigen Düngekalk leicht verbessern.

 

Foto oben: Typisch für die Heide sind Wachholder (Juniperus hier im Bild) und Kiefern

 

Foto unten: Schneverdingen in der Lündeburger Heide, hier findest du zahlreiche Heidekräuter mit Namensschilder. Falls du einen Garten anlegen möchtest, kannst findest du hier die richtigen Heidekräuter

Bist du auch ein Heide – Fan und schwärmst nun für diese besondere Landschaft?! Wenn du jetzt rein zufällig noch den idealen Boden hast, dann wäre es doch eine Überlegung wert, einen Heidegarten anzulegen.

Mehr Informationen findest du übrigens hier:

Heidegarten in Schneverdingen

Und falls du noch Gräser suchst oder ein paar Blumenzwiebeln, dann klick doch hier mal vorbei:

Blumenzwiebel zum Verwildern

Zarte Gräser im sonnigen Garten

Bis zum nächsten Mal und eine schöne Herbst – Heidezeit!

Bleib natürlich

Petra

 

ROSIGE IDEEN, DIE SCHON 2021 IN DEINEM GARTEN WACHSEN

Ja, ich will üppige Blütenfülle in rosiger Allianz in meinem Garten!

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