Braune Ödnis statt üppiger Blütenpracht?

Mit diesen Pflanzen für den trockenen heißen Standort blüht Dein Garten schnell wieder auf.

Geht es dir auch so? Manchmal findet man etwas schön und weiß nicht warum. Vor einiger Zeit war ich in der unglaublichen Unterwasserwelt Raja Ampats (West Papua) abgetaucht. Skurril bärtige Meeresbewohner, Fischschwärme in den schönsten Farben, seltsame Krebse und Garnelen, schwimmende Meeresschildkröten, auch Haie, riesige elegante Mantas in schwarz und weiß, prächtig barock anmutende Nacktschnecken und klitzekleine Seepferdchen an schillernden Fächerkorallen – alles meisterhaft kombiniert von der Natur. Und während ich so vor mich hin tauchte, dachte ich;

Die Natur ist der beste Designer

Entdecke die Gesetzmäßigkeiten, die hinter dieser Schönheit steckt und erfahre, wie sich diese Regeln auf den eigenen Garten übertragen lassen. Tauchen wir gemeinsam ab. Los geht’s…

Herzlichen Dank an meinen Mittaucher Andre`Hoffmann für den schönen Film…

Gestaltungsprinzipien für deinen Garten

 

Wie Du dich von der Natur inspirieren lassen kannst

Sieh dir diese diese Unterwasserwelt an….

Ein harmonisches Ganzes, bestehend aus sich wiederholenden Gruppen von Korallen. Sie haben ähnliche Farbtöne aber unterschiedliche Oberflächen, die mal gröber und mal mal feiner sind. Zudem gibt es feine Abstufungen in der Höhe.

Ein faszinierender Anblick!

Setze die Pflanzen kontrastreich oder harmonisch zueinander

Formen, Farben, Höhen, Texturen und Strukturen – all das kann man gegeneinanderstellen und somit verschiedenartig gestalten.

Die Natur ist ein Baukasten, aus dem man schöpfen und gestalten kann!

Formen und Konturen

Jede Pflanze hat ihren eigenen Charakter. Schon während sie austreibt, wächst und im Herbst langsam abstirbt. Der Wuchs, die Form und Kontur bleibt charakteristisch. Die Silhouette beschreibt in einer umlaufenden Linie, den Charakter der Pflanzen. Neben der Laubform und auch der Lauboberfläche, ist die Wuchsform einer der wichtigsten Eigenschaft einer Pflanze.

Diese Formen kannst Du verwenden:

  • vertikale Formen – wirken einzeln als Solitäre / Leitstauden oder auch in Gruppen angeordnet sehr architektonisch
  • horizontale oder leicht gewölbte Formen –  Pflanzen mit horizontalem Wuchs oder leicht gewölbter Silhouette schaffen Flächen und verbinden die umgebende Landschaft miteinander
  • überhängende Formen – eignen sich für Mauerkronen, im Kontrast mit anderen Formen Bspw. mit säulenförmig aufrechten Pflanzen schaffen sie spannende Bilder
  • runde kuglige Formen – mit diesen geometrisch, formalen Formen bringen sie kompakte Akzente ins Beet und können die Flächen gliedern
  • trichterförmige Formen – trichterförmig oder fächerförmigen Pflanzen wirken edel und elegant, geeignet für kleinere Gruppen, Solitär oder Leitpflanzen

Wuchsformen können also gezielt verwendet werden. Sie lassen sich flächig einheitlich verwenden aber auch kontrastreich zueinander setzten. So wird dein Beet spannungsreich. Achte darauf, nicht zu viele Formen miteinander zu kombinieren. Weniger ist hier mehr. Höchstens zwei bis drei Formen sollten es sein, sonst wirkt es schnell unruhig.  Übrigens horizontal wachsende Arten, also die säulenförmigen Pflanzen, werden oft als Leitstaude verwendet. Das heißt; diese Pflanzen werden im Beet oft wiederholt und geben den Rhythmus an.

Ordnung oder Chaos – auf die Mischung kommt es an

Man sagt; Ordnung ist ein Grundbedürfnis. Je nach dem Empfinden für den einen mehr oder weniger. Das gilt auch im Garten. Zuviel Ordentliches wirkt oft monoton, statisch und steif. Zu wenig Ordnendes, chaotisch und wild.

Wie so oft, kommt es auf die Mischung an. Hat man ein ausgewogenes Verhältnis gefunden, entsteht ein wohltuender Spannungskontrast. In englischen Gärten schaffen Mauern und Hecken die ordnende Struktur. Die wildnishaft wirkenden Pflanzen, die in den Bordern davor gepflanzt sind, setzen einen wohltuenden Kontrast. 

Das Beet in den richtigen Farben gestalten – so gehts…

Wer die Wahl hat, hat die Qual heißt es. Planen Sie ein Beet mit Farben, musst Du dich für eine Farbkombination entscheiden. Du kannst einen farblichen Zweiklang oder Dreiklang pflanzen. Oder wie wäre eine Ton- in Ton Kombination, ein Komplementärkontrast oder doch lieber Farben im Hell- Dunkel Kontrast ?! Du hast dich entschieden? Prima.

Setzte die gewählte Farbkombinationen bewusst ein. Denn mit besonders ausgeklügelten und subtil abgestimmten Farben, lassen sich atmosphärische Bilder erzeugen. Blüten haben das größte Farbpotential.  Aber auch das Laub mit den verschiedenen Grün, Rot und Silber Töne wirken das gesamte Jahr und können deine Farbidee unterstützen.

Wie Farben im Garten wirken

Rot, Orange, Gelb wirken heiter, lebendig und energiegeladen. Sie leuchten schon von Weitem. Im hinteren Teil des Gartens gepflanzt, verkürzen sie den Raum optisch. Achtung: setzte diese Farben mit Bedacht ein. Sie können, insbesondere in kleineren Flächen unangenehm dominant sein.

Blau, Grün, Violett wirken beruhigend und entspannend. Da die Farben in der Ferne verblassen, lassen sie den Garten größer erscheinen.

Stil und Atmosphäre der Umgebung beeinflussen die Farbauswahl, aber auch der persönliche Geschmack spielt natürlich eine Rolle. Hast Du schon Favoriten? Wenn nicht hilft dir der Farbkreis weiter.

 

Mit diesen Überlegungen zur Farbwahl beeinflusst Du die Atmosphäre im Garten

Du kannst harmonische Kombinationen wählen, das heißt; Diese Farbgestaltung nutzt die ganze Palette einer Farbe oder die, die im Farbkreis nebeneinander liegen. Also von Hellblau bis Violett, von Hellgelb zu Dunkelorange… Diese harmonischen und subtilen Arrangements sind sehr ausdrucksstark und passen gut in minimalistische Gärten, wie unsere SILENT ISLANDS. Laubfarben in Grün oder Silber passen gut dazu. Variiere in den Farbanteilen. Erkläre eine Farbe zur Hauptfarbe. Zum Beispiel Gelb. Wenn Du nun kleinere Anteile Orange und noch kleinere Mengen Rot einbringst, entsteht eine harmonische und dennoch spannende Kombination. Eine andere Möglichkeit ist die Farbharmonie durch wenige Verbindungsfarben interessanter hervorzuheben. Weiße Blüten oder Grün- oder silberlaubige  Blattschmuckpflanzen können das „Salz in der Suppe“ sein. Oder stell dir vor, Du hast eine zu sehr harmonische Kombination in blauen und violetten Tönen. Da wären doch ein paar Tupfer Orange oder Gelb ungemein belebend.

Lust auf starke Kontraste? Dann solltest Du darauf achten, dass die Farben sich im Farbkreis gegenüber liegen, wie Rot-Grün, Orange-Blau, Violett-Gelb usw. Man nennt dies einen „Komplementärkontrast“. Sie können schrill, schreiend, vornehm und edel wirken, je nach dem… In jedem Fall lassen sich mit dieser Farbauswahl Akzente und Fokuspunkte im Garten pflanzen.

Übrigens; die Farbenauswahl kann sich auch im Laufe des Jahres verändern. Vielleicht blüht es im Frühling in sanften zarten Pastelltönen, im Sommer in kühlen Blau und Violett und im Herbst leuchten die Rot und Gelbtöne mit den Herbstfärbern um die Wette.

In der Natur ist alles (fast) harmonisch

Ich habe noch niemals schrille unpassende Farbkombinationen in der Natur gesehen. Solltest Du mal ungeplante Überraschungen erleben, weil Du dich farblich geirrt hast. Halb so wild! … mir ist das auch schon öfters passiert. Insbesondere dann, wenn ich die Pflanze noch nicht all zugut kannte. Ich habe es immer als spannendes Experiment angesehen. Hin und wieder gab es auch tolle Überraschungen. Und umpflanzen kann man doch immer (oder fast immer :-).

Dieser mit dem Programm von Canvas ausgelesene Farbcode in den folgenden Bildbeispielen, gibt die Farbstimmung wieder. Manchmal fehlen Farben, wie Weiß oder Gelb. Doch das soll nicht weiter stören. Schließlich kommt es auf die Farbatmosphäre, auf die grundsätzliche Idee an. Der Farbcode kann inspirieren und helfen, die farblich passenden Pflanzen für ihr Beet zu finden. Versuche es mal mit irgendeinem Naturfoto. Du wirst staunen…  https://www.canva.com/color-palette

ein Tipp: Fahre mit der Maus über das Bild, dann erscheinen Informationen

Orange, Dunkelrot, Rose` und Silber

Ich würde nie auf die Idee kommen Orange und Rose`zu kombinieren. Da die Farben hier sehr harmonisch erscheinen, kommt es wahrscheinlich auf den genauen Farbton an. Es ist ein sehr helles Rose` und ein kräftiges Orange. Das Weiß wirkt trennend und mildernd. 

Violett, Magenta, Schwarzrot

Diese Farbkombination ist geheimnisvoll und etwas dramatisch. Sie liegt auf einer Seite des Farbkreises und ist so weitestgehend eine Ton- in Ton Kombination. Das Weiß kann sparsam eingesetzt, für Reflexe sorgen und das Bild etwas aufhellen.

Hellblau, Mittelblau, Dunkelblau, Rot Orange

Diese Farbkombination liegt sich im Farbkreis gegenüber und ist ein Komplementärkontrast. Nun kann man mit den Anteilen der einzelnen Farben variieren und so auch eine unterschiedliche Wirkung erzielen. Es könnte einen blaue Ton- in Ton Kombination sein, die mit einzelnen roten Reflexen aufgefrischt ist oder eine gleichberechtigte Farbverteilung. Sie würde einen stärkeren Kontrast hervorrufen.

Gelb, Orange, Schwarzrot und Weiß

Die lebhaften Farben Orange und Gelb werden mit Weiß und Schwarz, in unserem Fall Schwarzrot kombiniert. Auch hier können die Farbanteile durch unterschiedliche Gewichtungen andere Ergebnisse zeigen. Es kann durch mehr Weiß- Anteile leichter und eleganter wirken aber rauch durch mehr schwarzrote Anteile dramatischer wirken oder lebendig, leuchtend, wenn die Weiß und Schwarzrot Anteile gering gehalten werden.

Texturen und Blattgrößen – Wie Du mit Blättern Spannung erzeugst

Kombiniere vor allem Blätter mit unterschiedlichen Oberflächen. So trifft fein auf grob oder rau auf glatt oder großblättrig auf kleinblättrig. Es entstehen spannende und subtil wirkende Kombinationen. Hörst Du es knistern?

Das Tolle ist, sie wirken das gesamte Vegetationsjahr, selbst dann, wenn die Blüten schon vergangen sind.

Insbesondere im Schatten lassen sich nur durch die Wirkung von Laub, vorzügliche Vegetationsbilder erzeugen.  Kennst Du den Begriff, den Karl Foerster geprägt hat? Er nannte die Kombination zwischen großen Blättern und schmalem Laub „Harfe und Pauke“ Genau das trifft es. Experimentiere; Setzte kleine Blätter zu großen, schmale zu runden. Verwende jedoch große, glatte Blätter nur sparsam und lieber nur als Solitär oder besonderen Akzent. Mittlere und feine Texturen hingegen vermitteln zwischen den verschiedenen Pflanzpartner und können beliebig miteinander kombiniert werden. Sie umschmeicheln große und grobe Blätter und setzten sie erst richtig in Szene. Wenn Du dich auf zwei bis drei feine und mittelgroße Texturen in einer Kombination beschränkst, liegst Du meist richtig.

Noch ein Tipp: Wenn Du verschiedene Formen und Texturen miteinander kombinierst, sollten die Farben ähnlich sein. Idealerweise Ton- in Ton. Es könnte sonst ebenfalls zu viel werden…

Warum es sich lohnt auf die Strukturen von Pflanzen zu achten

Achte auf die Strukturen. Sie geben dem ganzen Beet eine Stimmung, einen Charakter. Stell dir  einen modernen Garten mit aufrechten, grafisch wirkenden Gräsern vor oder einen romantischen Garten mit überhängenden, transparenten Gräsern und Stauden, die einen verträumten, märchenhaften Anblick bieten. So lässt sich der Charakter beeinflussen… streng oder verträumt. Toll wirkt es auch, wenn Du ähnliche Formen unterschiedlicher Pflanzen in einer Gestaltung verwendest. Sie verstärken die Wirkung und erscheinen als Einheit im Beet.

Der größte Mehrwert strukturstarker Pflanzen zeigt sich im Winter.  Wenn die Blätter gefallen sind, bleibt der Charakter der Pflanze erhalten. Schnee und Raureif lassen die Konturen erst so richtig hervortreten.

Diese Pflanzen schaffen schöne Winterbilder:

  • Mexiconessel Agastache foeniculum
  • Waldaster Aster divaricatus
  • Brandkraut Phlomis russeliana
  • Kandelabereherenpreis  Veronicastrum virginicum
  • Silberkerze Cimicifuga
  • Chinaschilf Miscanthus sinensis
  • Palmlilie Yucca filamentosa

 

Wie Du  durch Wiederholen von Pflanzen einen Rhythmus erzeugst, der dir Ruhe ins Beet bringt

Leitstauden – präsent, unverwechselbar mit einem starken Charakter… so sollen Leitpflanzen sein. Sie prägen maßgeblich den Stil und die Atmosphäre und sollten deshalb mit Bedacht ausgewählt werden. Mit ihnen kannst Du das Beet strukturieren. Pflanze diese „Ordnungshelden“ rhythmisch wiederholend ins Beet. Du wirst erleben, dass deine Augen durch die Pflanzung gleiten. Die flächigen Gruppen werden optisch zusammengeführt und es wirkt plötzlich alles harmonisch und einheitlich. Pflanzen sollten so ausgewählt werden, dass sich im Verlauf des Gartenjahres ein ganzer Bogen an Farben, Formen und Akzenten im Beet zeigt. So kann es mehrere Leitpflanzen geben, die zu unterschiedlichen Zeiten diese wichtige Funktion übernehmen.

Beispiele für Leitpflanzen:

  • Palmlilie Yucca filimantosa
  • Königskerze Verbascum nirgum/olympicum
  • Chinaschilf Miscanthus sinensis Gracillimus
  • Indigolupine Baptisia australis
  • Atlasschwingel Festuca mairei
  • Aber auch kleine Gehölze, wie das Pfaffenhütchen, Perovskia, Bartblume

Begleiter und Füllstauden:

Sie umschmeicheln die Akzentstauden. Wenn sie wiederholt werden, lassen sie einen verwobenen Pflanzenteppich entstehen.

Höhenstafflung – Mit Pflanzen Beete modellieren

Das Relief einer Pflanzung kann durch eine geschickte Staffelung modelliert werden. Der höhenmäßige Wechsel bringt Schwung in die Pflanzung. Klassisch ist die englische Staudenrabatte, die vorn niedrig und nach hinten höhenmäßig aufgebaut ist. Flächige niedrige Pflanzungen dagegen, können durch höhere Gruppen gegliedert werden. In meinem alten Garten in Biederitz hatte ich höhere Gruppen von Gräsern so angeordnet, dass sie den Blick in den hinteren Gartenteil verstellten. Das erzeugte Spannung und man musste sich den Garten erschließen um ihn zu entdecken. Generell kommt es auf die Flächengröße und Beet Tiefe an. Während man bei kleinen schmalen Beeten eher niedrig bleibt und vielleicht nur zwei Höhen wählt, hat man bei größeren Flächen mehr Möglichkeiten die Höhen geschickt zur Raumgliederung einzusetzen. Die Ebenen sollten optisch nicht wie Treppenstufen klar abgegrenzt sein. Eher sollten sie ineinander fließen. Das sieht natürlicher aus.

Wunderschöner Fischschwarm, nicht wahr… Irgendwann müssen wir ja wieder auftauchen, vielleicht um Pläne für das nächste Gartenprojekt zu schmieden. Das nächste Gartenjahr steht vor der Tür und mit diesen Ideen, Tipps und Inspirationen steht einer gelungenen Beetplanung nichts mehr im Wege.

viel Freude am Beet planen und bleib natürlich

deine Petra 

Fotos; mein Dank gilt  Andre`Hoffmann für den Film und Uwe Heimers für einige Fotos in diesem Beitrag.

Übrigens; kennst Du schon unser Konzept für die gepflanzte Auszeit SILENT ISLAND? Auch hier lassen wir uns jedesmal aufs Neue von der Natur inspirieren.

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