Ich werde jetzt mal absurd 🙂 ; Stell dir vor, Pflanzen hätten keine Blütenfarben! Undenkbar, oder?

Das Interesse der Gartenenthusiasten würde schnell nachlassen. Die Gartenmärkte würden keinen Umsatz mehr machen.

Kein Liebäugeln mit verführerisch leuchtenden Blüten. Keine Impulskäufe beim Vorbeischlendern an den Verkaufstischen.

Aber Menschen schwärmen nun mal, wenn sie schöne Blüten von zweifabenene Lupinen oder gefüllten feuerroten Pfingstrosen so anleuchten!

Das verstehe ich. Farben sind toll. Wenn wir sie sehen, haben wir eine Vorstellung und kombinieren vielleicht schon in Gedanken. Farbige Blüten locken uns magnetisch an, wie Schmetterlinge oder Bienen.

Aber Farben sind doch nicht alles! Pflanzen bieten so viel mehr!

Vielleicht sind dir schon mal schöne Kombinationen im Schatten aufgefallen. Die wirken oft aufgrund der verschiedenen Blätter, die  spannungsreich kombiniert sind. Aber auch unterschiedliche Blütenformen oder Wuchsformen können fantastische Bilder erzeugen. Auf den unteren Fotos findest du den Beweis!

 

Bilder oben: IGA Rostock 2003, Staudenpflanzung Gräsergarten (P.Pelz) ; Farbe ist wichtig aber auf dem Schwarz Weiß Bild lässt sich deutlich die Wirkung der  verschieden große Blüten (auch Grobes gegen Feines) und unterschiedliche Formen erkennen.  Alles ganz ohne Farbe.

Nachfolgend möchte ich dir wesentliche Aspekte von Pflanzen nennen, die für eine gelungene Pflanzung wichtig sind.

Deshalb achte auf:

 

Äußere Merkmale:

  • Farbe der Blüten (gibt es unzählige Farben in Schattierungen)
  • Form der Blüten (Rispen, Kugeln, Schleier, Korbblüten usw.)
  • Laubfarbe (verschiedene Grün-Töne, Silbertöne aber auch Rot- und Bronzetöne)
  • Laubform (rund, länglich, oval usw.)
  • Struktur der ganzen Pflanze (schmal aufrecht, breit überhängend, kuglig usw.

 Qualitätsmerkmale:

  • Dauerhaftigkeit, Langlebigkeit der Art
  • Regenerationsvermögen (ob sich die Pflanze immer wieder erneuert)
  • Standortamplitude (das Spektrum verschiedener Standortbedingungen Bsp. von trocken bis feucht, von sonnig bis schattig)
  • Länge der Blütezeit
  • Laubattraktivität (möglichst lange vom Austrieb bis zum Absterben)

Ja, es ist eine Menge „Holz“ und du kannst es dem kleinen Pflanzentopf in deinem Einkaufskorb nicht ansehen.

Vielleicht sehen diese (wertvollen) Pflanzen im Topf erst mal nach nichts aus. Haben keine so tolle Blüte auf dem ersten Blick. (eher verschrumpelte Blätter)

Die wahren Qualitäten schlummern im Topf.

Ihr Wert wird offensichtlich, wenn sie sich im Garten auf einmal prachtvoll entwickeln und dir über lange Zeit Freude machen.

Wäre es nicht schade, diese wertvollen Eigenschaften zu missachten? Verschenktes Potential!

Am Ende sind diese Eigenschaften genau das „Zünglein an der Waage“, weil so eine Pflanzung funktioniert. Sie ist nicht nur schön, sondern auch vital und pflegeleicht.

Seit 1993 beschäftige ich mich mit Pflanzen und deren Verwendung in den Gärten. Ich persönlich liebe es, wenn die Flächen größer sind. Ich mag diese flächig überbordenden Pflanzengruppen, in die ich am liebsten abtauchen würde. Pflanzen die so gepflanzt werden, müssen gute Eigenschaften (Langlebigkeit, lange Blühzeiten, gesundes Laub usw.) haben.

Deshalb weiß ich, auf die richtigen Pflanzen kommt es an.

 

Bild unten: Waagerechte Strukturen der Schönaster (Kalimeris incisa Madiva), streng aufrechten Blütenkerzen der Mexiconessel (Agastache Hybr.) und das weich überhängende Pfeifengras (Molinia arundinacea) schaffen einen spannungsreichen Strukturkontrast

Meine 10 Lieblingspflanzen

 

Eigentlich habe ich mehr als 10 Lieblingspflanzen. Aber diese, verwende ich immer wieder. Ich möchte sie dir deshalb ans Herz legen, denn sie sind sie wahre Schätze. Warum? … das erkläre ich dir in der Beschreibung.

 

1. JAPANWALDGRAS – HAKONECHLOA MACRA

Ein wahrer Schatz ist das Japanwaldgras. Sein unglaublich eleganter weicher Blattschopf säumt Wege und Kanten. Ich liebe dieses Gras, weil es so unkompliziert und robust ist. Sein später Austrieb wird mit Frühlingsanemonen und Traubenhyazinthen überspielt. Dann aber behält es seine Form, selbst wenn die Farben verblassten sind, bis zum Frühjahr.
Standort: Freifläche, Gehölzrand nicht zu trocken.
Im letzten Jahr musste ich das Gras aus der Sonne nehmen, da es natürlich die Trockenheit nicht gut verträgt (bisher hatte es das in meinem Boden toleriert). Ich habe es in den Halbschatten umgesetzt.
Größe: 50 cm; Blüte: grün, VII–VIII

2. SCHÖNASTER – KALIMERIS INCISA `MADIVA`

Nie enttäuscht wurde ich von der Schönaster. Robust, überaus reich und lange blühend wächst sie in perfekter dichter, kugeliger Form und ist dabei noch standfest. Da sie so dicht wächst, unterdrückt sie Unkraut.
Sie wächst am trockenen oder feuchten Standort, im leichten Schatten oder in der Sonne.
Standort Beet, Freifläche, Gehölzrand
Größe: 80 cm, Blüte: weißlich, VII–X

3. EULALIAGRAS – MISCANTHUS SINENSIS ´GRACILLIMUS´

Das Eulaliagras, eine alte Foerster-Sorte. Es wuchs schon in meinem Garten in Biederitz. Es ähnelt einer Skulptur und ich habe es wieder und wieder geteilt. 
Es kam bei uns selten zur Blüte, blüht jetzt allerdings inzwischen aufgrund des sich ändernden Klimas. 
Mir gefällt die Eleganz, aufgrund der überhängenden grazilen Blätter. Trotz der zarten Wirkung, ist es imposant. 
Standort: Freifläche, Beet
Größe: 160 cm, Blüte: silbrig, X–XI

4. JOHANNISWOLKE – ACONOGONON SPECIOSA

Diese Pflanze habe ich durch Wolfgang Oehme kennengelernt und das erste Mal auf der IGA in Rostock 2003 verwendet. Sie schiebt schon früh ihre Massen in die Höhe und ist die Großstauden mit der frühesten Blüte.
Sie bildet imposante Büsche und kann wie ein Strauch verwendet werden. So ist sie als Sichtschutz gut geeignet. (siehe Foto im Hintergrund der Salbei)
Standort: Freifläche, Beet
Größe: 180 cm; Blüte: weißlich, IV-VI

5. INDIGOLUPINE – BAPTISIA AUSTRALIS (UND HYBRIDEN)

Aus der Prärie stammt die langlebige Indigolupine oder auch Färberhülse. Sie kann imposante kuglige Büsche bilden und ist ein Solitär im Staudenbeet.
Ihre herrlich blaue Blüte ist mir im Mai immer sehr willkommen. Gern verwende ich diese anspruchslose Staude zusammen mit Pfingstrosen, Euphorbien  oder dem Röhrenstern, die zu einer ähnlichen Zeit blühen. 
Standort: Freifläche trocken bis frisch
Größe: 120 cm; Blüte: grün, V–VI

6. PRÄRIEAMPFER – PARTHENIUM INTEGRIFOLIUM

In der einer süddeutschen Gärtnerei hatte ich im Mutterpflanzenquartier mal diese besondere nordamerikanische Pflanze gesehen. Ich wollte den Topf aufheben und hatte es schwer. Die langen Pfahlwurzeln waren tief in der Erde verankert. Tolle Pflanze dachte ich und habe sie mitgenommen. Ich verwende sie in kleinen Gruppen zu trockenheitsliebenden Pflanzen.

Standort: Freifläche, Beet, kann trocken stehen

Größe: 50 cm; Blüte: weiß, VII–VIII

7. DREIBLATTSPIERE – GILLENIA TRIFOLIATA

 

Die zarte Dreiblattspiere ist robuster, als man denkt. Größere Blüten von Pfingstrosen oder Zier-Lauch werden mit lockeren Blütenrispen und grazilen Blättern umgarnt. Sie wächst langsam ist aber sehr dauerhaft.
Das Herbstlaub verwandelt sich in ein leuchtendes Orange.
Standort Gehölzrand, Freifläche, nicht zu trockene, humose, leicht saure Böden
Größe 60 – 80 cm
Blüte weiß, VI–VII

8. AROMATISCHE ASTER – ASTER OBLONGIFOLIUS ´OKTOBERSKIES´

Diese schöne Aster pflanzte ich in meinen Garten. Durch den schnellen und dichten Wuchs wirkt sie wie in Schutzschild gegen Unkraut. Wir grenze an eine Schafweide und kämpfen gegen Disteln. Der dichte Wuchs macht es leichter dagegen anzukommen.
Sie trägt im Herbst leuchtend lavendelblaue Blütenpracht mit aromatischem Duft. Insekten fliegen drauf…
Standort Freifläche, Beet
Größe: 50 cm, Blüte: rosa bis lavendelblau, IX–X

9. RÖHRENSTERN – AMSONIA TABERNAEMONTANA VAR. SALICIFOLIA

Der Röhrenstern ist ein Multitalent. Er ist robust hat schönes schmales Laub und blüht himmelblau im Frühjahr.
Das Laub sieht bis zum Herbst gut aus. Weil läuft der Röhrenstern zur Höchstform auf. In einem wirklich knallgelb leuchtet  die ganze Pflanze und ist deshalb ein toller Partner zu herbstblühenden Stauden, wie Astern, Anemonen oder Gräser.
Standort Freifläche, Gehölzrand eher frisch
Größe; 120 cm; Blüte; blau V-VI
Diese hübsche Präriestaude mit frischgrünem filigranem Laub wirkt wie ein Schleierkraut nur kompakter.
Sie blüht sehr lange und verträgt viel Trockenheit. Deshalb ist sie die ideale Begleitstaude auf trockenen Böden. Im Winter behält sie ihre Form und sorgt für eine schöne Wintersilhouette.
Standort: Freifläche trocken
Größe: 50 cm; Blüte: weiß, VI–VIII

 

Du möchtest noch mehr Anregungen, dann lies auch diese Artikel:

Zarte Gräser für den sonnigen Garten

Gartenpflanzen für den Klimawandel – so gärtnerst Du auf trockenem Böden

Klimawandel im Garten – so findest Du die richtigen Gartenpflanzen

 

Ich wünsche dir viele Pflanzen – Ideen!

herzliche Grüße und bleib natürlich

Petra

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