Pflanzen im Garten

Tendenzen der Verwendung von Pflanzen im Garten

Pflanzen in der Gärtnerei, der enge kontakt mit den gärtnern ist wichtig

In der Gärtnerei, der enge Kontakt mit den Gärtnern ist wichtig © Ferdinand von Luckner

Experimentelles Gestalten mit neuen aber auch bewährten Pflanzen im Garten machen Lust auf eine neue, wilde Ästhetik. Einige Pflanzkonzepte folgen dabei rein ästhetischen Grundsätzen, während sich andere von natürlichen Pflanzengesellschaften inspirieren lassen. Auch gibt es inzwischen Tendenzen, die natürliche Prozesse zulassen und sie bewusst in die Entwurfskonzepte einbinden.

Einer der ersten wesentlichen Einflüsse moderner Pflanzenverwendung kamen aus Amerika. Dies ist leider etwas in Vergessenheit geraten. Denn bevor hier der New German und New Dutch Style überhaupt ein Thema waren, entwickelten die beiden Landschaftsarchitekten Wolfgang Oehme und James van Sweden dort in den 70iger und 80iger Jahren einen unverwechselbaren Stil, der auch in Europa die Gärten beeinflussten. Diese Art der Pflanzenverwendung spiegelte die amerikanische Sehnsucht nach Weite und Ehrfurcht vor der Natur wider.

Der neue Weg orientierte sich an naturalistischen Prinzipien und Vorbildern, wie dem des Landschaftsarchitekten Jens Jensen, der den Prärie-Stil dort in die Gärten brachte oder Karl Foerster, der für die Verwendung von Gräsern in Gärten plädierte. Denn Wolfgang Oehme war es, der dieses Wissen aus Deutschland mit nach Amerika brachte und es dort in den großräumigen Gartenanlagen weiterentwickelte. Die von Oehme und van Sweden praktizierte großmaßstäbliche Verwendung von Gräser und Wildstauden war selbst in Amerika neu und spektakulär. So war die amerikanische Gartenkultur bislang von ausgedehnten, kurzgeschorenen Rasenflächen, symmetrisch gepflanzte Immergrüne und bunte Blumenbeete geprägt.

Wenige Arten bringen aufgrund der Großflächigkeit und des reduzierten Artenspektrums den jeweils bestimmenden Blühaspekt. Die miteinander verwobenen Blütenteppiche erzeugen zu allen Jahreszeiten kraftvolle Bilder mit einer beeindruckenden Fernwirkung.

Beiträge über Pflanzen im Garten mit vielen Tipps

Farbenfrohe Enthüllungen

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Die richtige Pflanzenauswahl für Gärten

An aller erster Stelle sei gesagt; die Pflanzen müssen nach ihren Bedürfnissen im Garten verwendet werden. Gehölzen, Stauden, Gräser und Blumenzwiebeln sollen gut im Garten wachsen. Nur so hat man lange Spaß am Garten und vermeidet ständig Pflanzen neu zu kaufen. Letztendlich spart man Geld.

Soll der Garten dann auch noch pflegeleichter sein, verwendet man robuste Pflanzenarten in einer großzügigen ausreichend dichten Anordnung im Beet. So entwickeln sich weitestgehend geschlossene und dichte Pflanzendecken. Diese üppigen Beete beschatten den Boden, halten das Unkraut klein und bieten einen tollen Gesamteindruck.

In Frage kommen vorwiegend robuste, langlebige Arten mit langen Blühzeiten, ähnlichem Konkurrenzverhalten, einem guten Regenerationsvermögen (vielleicht sogar leichtem Ausbreitungsdrang), sowie einer attraktiven und gesunden Belaubung bis zum Vegetationsende.

Wesentliche Faktoren sind dabei Stabilität und Gleichgewicht. Die Pflanzen werden nach ihren Wuchsstrategien ausgewählt und so benachbart, dass sich eine möglichst dauerhafte, langlebige Pflanzengemeinschaft bildet.

Weitere Kriterien sind Wuchshöhe und ein möglichst dichter, kompakter Habitus. Geeignet sind dabei Arten die durch kurze Ausläufer dichte Teppiche bilden, Pflanzen mit dichtem grundständigem Laube sowie hohe bis halbhohe Stauden.

Diese dichte und geschlossene Grundbepflanzung wird durch höhere Leitstauden und Gruppenstauden, durch Gräser und durch kleine Gehölze gegliedert. Es entsteht ein strukturiertes und differenziertes Gesamtbild.

Wenige Arten bringen aufgrund der Großflächigkeit und des reduzierten Artenspektrums den jeweils bestimmenden Blühaspekt. Die miteinander verwobenen Blütenteppiche erzeugen zu allen Jahreszeiten kraftvolle Bilder mit einer beeindruckenden Fernwirkung.

Das von uns bevorzugte Pflanzprinzip ist einfach und grob strukturiert und ermöglicht dennoch einen kontinuierlichen Blühzyklus, so dass sich das Erscheinungsbild der Pflanzung mit den Jahreszeiten ständig verändert. Relativ große Teilflächen jeweils einer Pflanzenart sind auf natürliche Weise miteinander verwoben. Durch die Großflächigkeit bringen lediglich zwei bis drei Pflanzenarten den jeweiligen Blühaspekt. Doch gerade diese begrenzte Vielfalt erzeugt zu den verschiedenen Zeiten kraftvolle, klare und prägnante Bilder.

Das Miteinander einer großflächigen, bodenbedeckenden Grundbepflanzung ist durch Leitstauden und -gräser, Gruppenstauden und Kleingehölzen gegliedert und schafft ein differenziertes und strukturiertes Bild.

Die Vielfalt im Erscheinungsbild und der jahreszeitliche Wandel bringen so Abwechslung in den Garten.

Das Kombinieren unterschiedlicher Blattformen und Texturen, Grüntöne und Strukturen ist von ganz besonderem Reiz und neben der Blüte ein ebenfalls wichtiger Aspekt.

Die Beschränkung auf relativ wenige Arten stellt gezielte Anforderungen an die Auswahl. In Frage kommen vorwiegend robuste Pflanzen mit langen Blühzeiten, ähnlichem Konkurrenzverhalten, einem guten Regenerationsvermögen sowie einer attraktiven, gesunden Belaubung bis zum Vegetationsende.

Wesentliche Faktoren sind dabei Stabilität und Gleichgewicht. Pflanzen müssen nach ihren Wuchsstrategien ausgewählt und entsprechend benachbart werden, um eine möglichst dauerhafte, langlebige Pflanzengemeinschaft zu bilden.

Andere Kriterien sind Wuchshöhe und ein möglichst dichter, kompakter Habitus.

ÜPPIGE DICHTE BEPFLANZUNG MIT BEGLEITSTAUDEN

Durch großräumige Anordnung von robusten Stauden entstehen weitestgehend geschlossene und dichte Pflanzendecken.

Geeignet sind dabei Stauden, die durch kurze Ausläufer dichten Teppiche bilden, wie beispielsweise:

  • Goldenes Kreuzkraut – Senecio aureus (Packera aurea)
  • Mandelblättrige Wolfsmilch – Euphorbia amygdaloides var. robbiae
  • Schnee-Felberich – Lysimachia clethroides
  • Herzblatt-Aster – Aster macrophyllus ‚Albus‘
  • Großblütige Ziest – Stachys grandiflora `Superba`
  • Virginia Bergminze – Pycnanthemum virginianum
  • Schlangenkopf – Chelone obliqua

Pflanzen mit dichtem Laub wie:

  • Sonnenhut – Rudbeckia Arten
  • Fette Henne – hohe Sedum Arten
  • Storchschnabel – Geranium– und Aster- Arten
  • Schafgarben-Margerite – Tanacetum macrophyllum
  • Brandkraut – Phlomis russeliana

Höhere Stauden wie:

  • Johanniswolke – Aconogonon speciosa
  • Sumpfwolfsmilch – Euphorbia palustris
  • Kerzenknöterich – Persicaria amplexicaule
  • Kandelaberehrenpreis – Veronicastrum virginicum
  • Blauraute – Perovskia abrotanoides
  • Sternwolkenaster – Boltonia asteroides
  • Aster Arten, wie Aster ericoides, pringlei oder cordifolius
  • Staudensonnenblume – Helianthus microcephalus
  • Goldrute – Solidago Arten

LEITSTAUDEN SETZTEN AKZENTE IM BEET

In diese meist üppig geschlossene Pflanzendecke setzen Solitär- oder Leitstauden Akzente, bilden Räume, führen das Auge durch die Pflanzung und verbinden die kontrastierenden Farb- und Strukturflächen miteinander. Dominanz, Volumen und eine prägnante Statur sind notwendige Eigenschaften, um diese Aufgabe zu erfüllen.

Geeignet sind beispielsweise Pflanzen wie:

  • Großblumiger Scheinalant – Telekia speciosa
  • Johanniswolke – Aconogonon speciosa
  • Funkien höhere – Hosta Arten, wie Hosta elata, Hosta plantaginea, Hosta `Sum and Substance`
  • Meerkohl – Crambe cordifolia
  • Amerikanische Narde – Aralia cordata

GRÄSER – FILIGRANES LINIENSPIEL IM BEET

Einen wirkungsvollen Kontrast zu den meist üppigen und großblättrigen Strukturpflanzen bilden Gräser. Die Schönheit und Anmut dieser grazilen und eleganten Erscheinungen offenbaren sich dem Betrachter durch das feinstrukturierte, biegsame Laub und den interessanten Blütenständen. Ihre natürliche, fast wildnishafte Ausstrahlung prägen in besonderem Maße den Charakter der Pflanzung.

Wegen ihres Formenreichtums eignen sie sich für die Verwendung in den unterschiedlichsten Gartensituationen. Mal flächig, mal in Gruppen gepflanzt oder einzeln als Solitär durchziehen sie die Blütenflächen. 

Als Solitär im Beetvordergrund oder in der Mitte des Beetes geben sie den Rhythmus an. So eignen sich beispielsweise Gräser wie:

  • Atlasschwingel – Festuca mairei
  • Diamantgras – Achnatherum brachytrichum
  • Hohe Pfeifengras – Molinia arundinacea
  • Riesenfedergras – Stipa gigantea
  • Riesensegge – Carex pendula

Im mittleren Teil bzw. im Hintergrund einer Pflanzung dominieren meist Arten und Sorten aus der breiten Palette den Miscanthus Züchtungen. Zur Auswahl stehen schmalblättrige, grazile Gestalten dieser Gattung (die Gracillimus Typen) sowie auch die eher imposanten, grobblättrigen Vertreter. Sie verfügen über unterschiedliche Wuchshöhen, so dass sie entsprechend variabel eingesetzt werden können.

Neben Gräser als Solitär, werden einige Arten auch flächig bzw. in größeren Gruppen verwendet. So durchziehen den mittleren und höheren Teil der Pflanzung, Gruppen von:

  • Rutenhirse – Panicum virgatum
  • Graubartgras, Zotten-Raugras – Spodiopogon sibiricus
  • Reitgras – Calamagrostis acutiflora "Karl Foerster"

Bodendeckende Gräser für den Vordergrund dagegen sind:

  • Rasenschmiele – Deschampsia caespitosa
  • Japanwaldgras – Hakonechloa macra
  • Seggen – Carex Arten
  • Lampenputzergras – Pennisetum alopecuroides

Naturhafte Wirkung und Schönheit von Gräsern sind nur ein Grund für deren Verwendung. Gräser sind flexibel und anpassungsfähig, robust und unempfindlich gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Da sie den ihnen angebotenen Lebensraum meist rasch und zuverlässig besiedeln, werden sie zu beliebten Partner in privaten und öffentlichen Gärten.

Auch im Winter, wenn die kräftigen Farben des Sommers und Herbstes längst verblasst sind, wirken insbesondere Gräser aber auch standfeste Stauden durch ihre Struktur und schaffen in den Pflanzungen eine reizvolle Winter-Silhouette. Der Rückschnitt von Gräsern und Stauden erfolgt deshalb im zeitigen Frühjahr, bevor die ersten Geophyten austreiben.

Kleine Bäume und Gehölze im Beet

Kleinere Bäume und Solitärgehölze nehmen einen besonderen Stellenwert ein. Sie gliedern die Flächen und bilden das dauerhafte Gerüst der Pflanzung.

Insbesondere im zeitigen Frühjahr, wenn die abgestorbenen Pflanzenteile der Stauden und Gräser abgeschnitten sind und die Flächen für kurze Zeit wie ausgeräumt wirken, schätzt man ihre Wirkung.

Verwendet werden vorzugsweise Arten, die sich durch eine Herbstfärbung, einen Fruchtschmuck, immergrünes Laub oder durch einen malerischen Wuchs auszeichnen, wie:

  • Weißfrüchtige Eberesche – Sorbus koehneana
  • Mahagoni-Eberesche – Sorbus serotina
  • Lorbeermispel, Funkenblatt, Davids Glanzmispel – Stranvaesia davidiana
  • Spätblühende Traubenkirsche – Prunus serotina
  • Radbaum – Trochodendron aralioides

Pflanzkonzepte für große und kleine Gärten

Nicht nur große Gärten lassen sich aufregend, abwechslungsreich und spannend bepflanzen. Auch in kleinen Gärten lassen sich solche Pflanzkonzepte umsetzten. Hierzu muss man den richtigen Maßstab finden und diese Großzügigkeit auf die Fläche „runterbrechen“.

Sicher kann man in einem kleineren Garten mit der Pflanzenhöhe etwas variieren. Geeignet sind hier eher niedrige bis halbhohe Stauden und Gräser. Das Pflanzprinzip ist dasselbe. Auf die richtigen Proportionen kommt es an. Die Pflanzfläche muss proportional zur gesamten Gartengröße passen. Hier gibt es kein richtig oder falsch und auch keine Bepflanzungsformel.  Die Größen der Pflanzfläche und deren Teilflächen müssen geschickt auslotet werden. So großzügig wie möglich, heißt die Devise bei der Gestaltung des Gartens.

Es soll auch zu jeder Zeit etwas blühen oder schöne Aspekte hervorbringen. Ein schöner Laubaustrieb im Frühjahr, eine tolle Herbstfärbung, wenn das Gartenjahr zu Ende geht oder ein Fruchtschmuck der sich nach der Blüte entwickelt – das sind die Hihlights auch in einem kleinen Garten.

Generell verwende ich gern Arten auf die ich mich das ganze Jahr verlassen kann. Sie bilden das das Grundgerüst, es sind die zuverlässigen Pflanzengruppen wie, Funkien, Hosta oder Fette Henne, Sedum-Arten, Gräser wie Japanwaldgras, Hakonechloa macra.

Durch das Einfügen von anspruchsvolleren oder auch kurzlebigeren Arten, ganz und gar Lieblingspflanzen wird die Pflanzung feiner strukturiert und man muss auf keine Pflanzen verzichten (insofern sie zum Standort passen).

Gerade in einem kleinen Garten kommt es auf die Pflanzenauswahl an. Arten mit langer Blütezeit und schönem ganzjährig wirkendem Laub sind hier wichtiger, als in einem größeren Garten mit viel mehr Platz.

EINE LIEBLINGSKOMBINATION FÜR DIE SONNE

Zu den wenigen Großstauden, die bereits im Frühsommer voll entwickelt ist, zählt die Johanniswolke Aconogonon speciosa.  Bereits im Frühjahr erscheinen während eines unglaublich schnellen Wachstums cremeweiße Rispen, die fast bis in den Juli hinein blühen. Diese Pflanze ist eine tolle Neuentdeckung der letzten Jahre, da sie langlebig, gesund, anspruchslos ist und eine langanhaltende Wirkung hat. Sie kann sowohl als Hintergrund als auch als Leitstaude in großräumig angelegten Pflanzungen verwendet werden. Zeitgleich blüht der Storchschnabel Geranium x `Patricia`. Sie ist aus dem Pyrenäen-Storchschnabel Geranium endressii und dem Armenischer Storchschnabel Geranium psilostemon entstanden, wird 80cm hoch und blüht von Juni bis September in einem kräftigen Magenta. Die Sorte Geranium `Patricia` ist ebenfalls aufgrund ihrer langen Blütezeit sehr wertvoll. Ebenfalls eine Großstaude ist der Riesen Schuppenkopf Cephalaria gigantea. Er wird bis 2,50m hoch, blüht ebenfalls im Juli-August und bildet aus dichten Laubbüschen fiederschnittiger Blätter schwefelgelbe Skabiosenblüten. Diese Pflanze ist sehr gesund, bedeckt den Boden mit schönen Blättern und ist für pflegeleichte Gärten hervorragend geeignet (wenn man die Samenstände rechtzeitig abschneidet). Schön ist auch die Kombination mit blaulaubigen Gräsern, wie die Rutenhirse Panicum virgatum `Heavy Metal`.

EINE LIEBLINGSKOMBINATION FÜR HALBSCHATTEN/ SCHATTEN

Die Kombination des Ausdauernden Silberblatt Lunaria rediviva und der Mandelwolfsmilch Euphorbia amygdaloides `Robbiae` hat ihren Blüteschwerpunkt im Frühjahr. Sie wirkt jedoch noch das ganze Jahr attraktiv. Das Ausdauernde Silberblatt ist die „Schwester“ des zweijährigen Silberblattes und gut geeignet für pflegearme Naturgärten im Halbschatten. Die Pflanze wird 1,20m hoch und blüht mit hellvioletten Doldentrauben im Mai bis Juni. Besonders schön und bis zum Vegetationsende wirkend sind das schön genarbte Blatt und die Fruchtstände. Zeitgleich blüht die immergrüne Mandelwolfsmilch. Sie vermehrt sich durch kurze Ausläufer und bildet daher dichte Bestände sogar noch unter dem Wurzeldruck der Bäume. Sie hat ein sehr schönes Blatt und die Blüten bzw. die Hochblätter wirken noch lange Zeit bis in den Sommer. Leider ist die Art nicht immer ganz winterhart, treibt jedoch nach härteren Wintern aus der Wurzel wieder kräftig aus. Die Verwendung in geschützten Lagen ist zu empfehlen.

Langlebigkeit von Pflanzen

Was sind Stauden? Stauden sind schon per Definition ausdauernde Pflanzen. Diese Eigenschaft unterscheidet sie von einjährigen und zweijährigen Sommerblumen. Das Wort „Staude“ stammt von dem mittelhochdeutschen Begriff „stûde „und ist ein gärtnerischer Begriff für mehrjährige, krautige Blütenpflanzen, die jedes Jahr nach der Vegetationsperiode absterben um danach im Frühjahr wieder neu aus der Wurzel auszutreiben. Stauden können ganz unterschiedlich überwintern. So haben sie je nach Gattung und Art Rhizome, Knollen, Zwiebeln oder Ausläufer (Stolone).

Wie lange leben nun Stauden? Das Lebensalter, dass Pflanzen im Garten erreichen können ist unterschiedlich. So gibt es kurzlebige und langlebige Stauden.

Diese Erkenntnis wird in vielen modernen Pflanzkonzepten genutzt.

  • Kurzlebige Stauden versamen sich häufig und in vielen Pflanzungen nutzt man diese unkalkulierbare Dynamik, die man als kundiger Gärtner allerdings moderieren muss und kann. Viele moderne Mischpflanzungen arbeiten mit dieser Veränderung und kalkulieren die Dynamik mit ein. Allerdings benötigt diese sich ständig verändernde Pflanzung gute Sachkenntnis. Der Gärtnernde muss die Pflanzung moderieren. Die Sämlinge müssen erkannt werden um fachgerecht einzugreifen.
  • Langlebige Stauden brauchen oft lang um sich zu etablieren. Einmal eingewachsen, können langlebige Stauden und Gräser bis 25 Jahre alt werden. Übrigens: Ideal sind Pflanzungen mit gleichen ausgewogenen Wuchsleistungen aus langlebigen Staudenkombinationen. Das entstehende Gleichgewicht erhält die Pflanzung lange Zeit stabil. Das macht eine Pflanzung natürlich pflegeleichter.
  • Arten aus fernen Ländern sind nicht so häufig langlebig.
  • Anspruchsvolle neue Züchtungen sind ebenfalls oft nicht so langlebig, labiler vor allem wenn die Ursprungsfarben abweichend sind. Das ist bei den vielen neuen Züchtungen der Purpursonnenhüte Echinacea Hybriden der Fall.

LANGLEBIGE STAUDEN – DER RICHTIGE STANDORT

Blütenstauden, die als langlebig gelten, entwickeln für zehn Jahre oder sogar bis 25 Jahren (wie bei Pfingstrosen) am selben Gartenplatz, ohne dass sie in irgendeiner Weise geteilt und umgepflanzt werden müssen. Es gibt leider wenig Literatur oder kaum Statistiken für ein durchschnittliches Lebensalter von Stauden. Die Faktoren, die die Langlebigkeit der Stauden und Gräser beeinflussen können sind vielschichtig. Klima- und Bodenbedingungen gehören dazu.

Wichtig ist und bleibt der richtige Standort im Garten! Schon bei der Gartenplanung muss man die Bedürfnisse der Pflanzen, den Boden und das Licht berücksichtigen.

Viele Pflanzen tolerieren zwar verschiedene Standortbedingungen. So blühen Taglilien Hemerocallis Hybriden oder Schönaster Kalimeris incisa sowohl in einem mäßig trockenen Beet, vielleicht sogar im lichten Schatten von Gehölzen als auch an einem frischeren Platz in voller Sonne. Wenn die Pflanzung jedoch über viele Jahre funktionieren und auch üppige Blütenpracht entwickeln soll, muss der Standort für diese langlebigen Stauden, dem Naturstandort möglichst nahekommen. Hilfreich sind dabei die Lebensbereiche. Sie geben eine wichtige Information zu den Bedürfnissen der Pflanze und wie man sie im Blumenbeet berücksichtigt.

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DIESE ARTEN SIND LANGLEBIG

  • Balkan-Bärenklau – Acanthus longifolius
  • Japan Herbst Anemone – Anemone japonica
  • Wald-Geißbart – Aruncus dioicus
  • Alpen-Elfenblume – Epimedium alpinum
  • Storchschnabel – Geranium -Arten
  • Stauden-Sonnenblume – Helianthus decapetalus
  • Brandkraut – Phlomis russeliana
  • Staudenpfingstrosen – Paeonia lactiflora
  • Goldruten – Solidago Hybriden
  • Taglilien – Hemerocallis Hybriden
  • Eisenhut – Aconitum Arten

DIESE ARTEN SIND KURZLEBIG

  • Gelbe Lerchensporn – Pseudofumaria lutea, Syn.: Corydalis lutea
  • Kardendistel – Dipsacus sylvestris (zweijährig)
  • Zwergiger Rittersporn – Delphinium grandiflorum
  • Gewöhnlicher Natternkopf – Echinum vulgare
  • Prachtkerze – Gaura lindheimeri
  • Kronen Lichtnelke – Lychnis coronaria
  • Gemeine Akelei – Aquilegia vulgaris
  • Spornblume – Centranthus ruber

DIESE FAKTOREN BEEINFLUSSEN DIE LANGLEBIGKEIT VON PFLANZEN

  • Bereits in der Pflanzplanung lässt sich die Langlebigkeit wesentlich beeinflussen. Die Artenauswahl in Diskrepanz zum Standort, Lebensbereich, Klima, Boden, ungleiche Konkurrenzkraft in der Benachbarung zu anderen Arten beeinflussen die Langlebigkeit der Stauden und Gräser. Auch die Pflanzdichte ist ganz wesentlich. Zu enge Pflanzabstände verhindern die artenspezifische Entwicklung und fördern Vergreisung.
  • Dann ist noch die Pflege der Stauden und Gräser zu nennen. Denn auch die Bodenbearbeitung, das heißt Hacken bei bodendeckenden, ausläufertreibenden Arten spielt eine Rolle. Das Gießen, entweder das übermäßige Gießen aber auch das Fehlen von Wasser kann zum Absterben führen. Ebenso ein Zuviel oder Zuwenig von Nährstoffen und eine mangelnde Schädlingsbekämpfung.
  • Besonders Schnittmaßnahmen tragen bei einigen Arten zur Erhaltung und Verlängerung der Wuchskraft, Widerstandsfähigkeit bei. Bei dichtem Wuchs kann ein Auslichten regulierend sein – kein Bedrängen und gegenseitiges Durchdringen, Konkurrenz um Licht, Luft, Wasser und Nährstoffe, Förderung von Luftzirkulation, Konkurrenzfähigkeit und Wüchsigkeit.
  • Das Entfernen kranker Triebe (Mehltau, Grauschimmel, Rost) ist besonders wichtig.
  • Die Verhinderung der Selbstaussaat bei Stauden und Gräser steht dem Fruchtschmuck im Winter entgegen. Gerade in Naturgärten ist das das Ziel, besonders wenn der Raureif märchenhafte Silhouetten zaubert. Aber es gibt auch Folgendes zu bedenken; Die Samenbildung kostet der Mutterpflanze viel Energie und gefährdet der Sortenechtheit. Auch wird durch das rechtzeitige Entfernen der Samenstände ein Pflegeproblem reduziert. Einige Arten versamen sich so stark, dass es sinnvoll ist, die Blüten rechtzeitig zu entfernen. Das ist bei der Rasenschmiele Deschampsia, dem Schuppenkopf Cephalaria, der Goldrute Solidago, dem Frauenmantel Alchemilla, der Prachtspiere Astilbe oder dem Blutweiderich Lythrum der Fall.
  • Artenspezifische Unterschiede im Lebensalter zeigen sich im Laufe der Zeit durch Erschöpfung. Das Nachlassen der Blühfreudigkeit und Verkahlen des Horstes sind ein Anzeichen dafür. Pflanzen fallen auseinander, werden anfällig gegenüber Krankheiten. Was kann man also tun, wenn die Pflanzen unansehnlich altern und schließlich absterben? Das Teilen bewirkt ein Verjüngen der Pflanze. So kann man den Horst mit Grabegabel herausnehmen mit Messer oder Spaten teilen und neu aufpflanzen. Oft ist das sinnvoll bei den folgenden Arten, wie der Grasnelke Armeria, der Magerite Leucanthemum, Katzenminze Nepeta, dem Gemswurz Doronicum, dem Purpursonnenhut Echinacea, Indianernessel Monarda oder Wiesenraute Thalictrum.

Staudenpflanzungen mit Struktur

Bei Gehölzen versteht man unter Struktur den Verzweigungscharakter, der durch Stamm, Äste und Zweige gebildet wird.

Bei Stauden ist es ähnlich, auch sie werden nach ihrer Wuchsrichtung und ihrer Verzweigung beurteilt. Ganz besonders kommen dies markanten Strukturen im Winter zur Geltung. Wenn die Farben der Pflanzen zurücktreten, Laubtexturen keine Rolle mehr spielen (da die Pflanze keine Blätter mehr hat) entstehen malerisch grafische Formenspiele. Besonders treten die Konturen dann bei Raureif oder Schnee hervor.

In den Pflanzungen spielen die unterschiedlichen Wuchsrichtungen eine gestalterische Rolle. Bestimmte Wirkungen lassen sich in den Pflanzkombinationen erzielen.

Das leicht überhängende, gebogene Laub der Gräser wirkt mit vertikalen ausgerichteten Pflanzenformen, wie die der Königskerze Verbascum Arten. Reizvolle Kombinationen können so im Garten entstehen. Die Struktur ist nicht so einfach von der Blütenform zu trennen. Die ganze Pflanze wirkt mit ihrer Form, wie die Blüte und die Fruchtstände, wie bei dem Steppensalbei Salvia nemerosa oder der Königskerze Verbascum. Pflanzenformen können sich verstärken, indem kuglige Formen zu anderen kugligen Blüten kombiniert werden. Aber auch mehrere vertikale aufrechte Blütenformen oder Wuchsrichtungen wirken miteinander und lassen fast Schichten im Beet entstehen. So können Wuchsformen und Blütenformen die ähnlich oder gleich sind, eine besondere Wirkung im Gartenbeet erzielen und verstärken ein bestimmtes Bild.

STRUKTUREN DER STAUDENPFLANZEN

Ähren und Trauben lenken den Blick nach oben und verbinden so den Himmel und Erde. Die senkrechte Form setzt Akzente und sorgt für Klarheit inmitten weniger scharfer Umrisse anderer Blütenstände oder zwischen großen Blattmassen. Eine dominante Wirkung erzielen sie, wenn man sie in Gruppen pflanzt.

  • Steppensalbei – Salvia nemorosa
  • Königskerze – Verbascum olympicum
  • Ehrenpreis – Veronica longifolia
  • Fackellilie – Kniphofia uvaria

Dolden besitzen eine waagerechte Form und sind gewissermaßen das Gegenstück zur Ähre. In der Fläche wirken sie wie ein ruhiger Teppich, fast auch wie ein Hintergrund für andere Wuchsformen. Man kann sie sozusagen mit anderen Formen durchbrechen.

  • Schafgarbe – Achillea filipendulina
  • Fette Henne – Sedum telephium

Rispen nehmen eine Zwischenstellung zwischen Ähren und Dolden ein. Wie diese setzten sie sich aus unzähligen kleinen Einzelblüten zusammen, die aber lockerer, flaumiger und transparenter angeordnet sind. Sie können so zwischen den scharfen Umrissen von Dolden und Ährenformen innerhalb der Bepflanzung eine Vermittlerrolle spielen und auch dominante Pflanzen miteinander verbinden.

  • Prachtspiere – Astilbe chinensis, Astilbe japonica, Astilbe arendsii
  • Geißbart – Aruncus dioicus
  • Mädesüß – Filipendula rubra
  • Spornblume – Centranthus ruber

Netze und Gitter sind Gebilde aus Stängeln, Blättern und Blüten, durch die man hindurchschauen kann. Ihre Wirkung ist diffus und schleierhaft. Durch deren bewussten Einsatz entstehen verspielte und duftige Pflanzenkombinationen.

  • Rasenschmiele – Deschampsia caespitosa
  • Kleines Pfeifengras – Molinia caerulea
  • Prächtige Wiesenraute – Thalictrum rochebrunianum
  • Meerkohl – Crambe cordifolia

Knöpfchen und Quirle sind klar definierte Gebilde konzentrierter, eng gepackter Haufen von Blüten. Deutlich heben sie sich von verschwommenen Umrissen fedriger oder schleierartiger Formen ab. Werden sie nicht zurückgeschnitten, sorgen sie oft bis in den Winter hinein für klare Kontraste.

  • Wiesenknopf – Sanguisorba officinalis
  • Witwenblume – Knautia macedonica
  • Schuppenkopf – Cephalaria gigantea

Margariten- Blumen haben eine optimistische Ausstrahlung, sie sind die Sonnenkinder. Sie haben meist leuchtende Blüten und benötigen auch einen Sonnenplatz. Nach dem Verblühen hinterlassen sie oft einen knopfartigen Fruchtstand, der noch lange stehen bleiben kann.

  • Sonnenbraut – Helenium Hybriden
  • Sonnenhut – Rudbeckia Hybriden
  • Margariten – Leucanthemum Hybriden
  • Purpursonnenhut – Echinacea Hybriden
  • Astern – Aster Hybriden

Kontrastierende, spannungsreiche Wirkungen erzielt man mit deutlichen erkennbaren Richtungsunterschieden, indem man z.B. aufrechte Strukturen waagerechte oder hängende gegenüberstellt. Oder wenn man schafft mit schleierartigen, bogig überhängenden Pflanzen und Pflanzen mit indifferentem Wuchs einen verträumten schleierartige Blütengarten. Grafisch strukturreich und klar dagegen wirken waagerechte und vor allem senkrechte Wuchsformen. Das Potential aus dem man nun beim Gestalten mit Stauden und deren Formen, Farben und Strukturen schöpfen kann ist riesig.

Pflanzen und ihr Blattwerk

Ein Gartengestalter kann ähnlich wie ein Maler aus einer breiten Palette von Pflanzen schöpfen. Er hat die Möglichkeit Bilder zu schaffen, die ganz unterschiedliche Stimmungen hervorrufen. Die Verwendung von Farbe steht hierbei immer noch traditionell im Mittelpunkt. Aber Pflanzen haben Qualitäten, die über diese Eigenschaft hinausgehen. Die Struktur von Pflanzen und ihr Blattwerk prägen in ganz besonderem Maße den Charakter von Pflanzenkompositionen. Sie können Gleichgewicht und Harmonie oder kreative Spannung erzeugen. Diese Aspekte wirken über den Blühzeitraum hinaus und sind deshalb von ganz besonderem Wert.

Vom zarten Austrieb im Frühling bis zum Vergehen im Herbst hat jede Pflanze ihre ganz spezifische Persönlichkeit und Ausstrahlung. So sind verschiedene Stadien zu beobachten.

Im Frühling entfalten sich filigrane Blätter und überziehen die Natur mit zartem Grün. In feiner, kunstvoller Linienführung, durch Licht und Schatten belebt, entfalten sich die verschiedensten Blattmotive fast wie kleine Skulpturen.

Dieses neue Leben findet seinen Ausdruck in gemasert, bewimpert, gewachst, wattiert oder gelackt wirkenden Blattwerk. Im Stadium des Austriebs treten diese charakteristischen Eigenschaften am deutlichsten hervor. Pflanzen wie das Kaukasische Vergissmeinnicht Brunnera macrophylla `Jack Frost`, die Elfenblume Epimedium x perralchicum `Frohnleiten` oder das Lungenkraut Pulmonaria saccharata Hybriden haben dann eine besonders intensive Blattzeichnung, die im Verlauf des weiteren Wachstums etwas an Ausdruckskraft verliert.

Die frischen Blätter der Wiesenraute Thalictrum in Arten, die sich im Austrieb in unterschiedlichen Form- und Farbabstufungen zeigen, das Ausrollen von filigranem farnartigem Laub oder das tütenartige Austreiben des Hosta– Laubes sind Aspekte, die bereits im Frühjahr ihre ganz eigene Ästhetik entfalten. Die Vielgestaltigkeit des Austriebs sind gestalterische Potentiale. Sie sollten bewusst, insbesondere mit dem Farbreichtum der Frühjahrsblüher kombiniert werden. 

Im Verlauf des weiteren Wachstums erreichen die Pflanzen ihre spezifische Größe und Wuchsform. Die Blatttexturen werden gröber und behalten weitestgehend ihre Ausdruckskraft bis in den Herbst.

Unterschiedliche Blattformen und Größen in harmonischen Proportionen zueinander erzeugen spannungsreiche Muster. Diese Wirkung kann durch abgestufte Laubfarben und Laubtexturen verstärkt werden.

Linear wirkende Pflanzen, wie das Japanwaldgras Hakonechloa macra schaffen Kontraste zu dem größeren Laub von Hosta `Sum and Substance`. Der Bergkümmel Laserpitium siler überspannt in seinem trichterförmigen Wuchs und dem feingliedrigen, hellen Wedel die dunklere, gleichmäßige Laubdecke des Ziests Stachys macrantha `Superba`. Das Brandkraut Phlomis russeliana in seiner horizontalen, wie vertikalen Ausrichtung schafft einen Gegensatz zu den bogig überhängenden schmalen Blättern des Pfeifengras Molinia arundinacea.

So durchdringen sich filigranes oder gröberes Laub in feinen Abstufungen oder schaffen stärkere Kontraste. Blattfarben, insbesondere Grün in verschiedenen Schattierungen wirken in die beschriebenen Aspekte hinein.

In diesem Zusammenhang spielt auch das Sonnenlicht eine wesentliche Rolle. Behaarte oder bewimperte Blätter reflektieren einfallendes Sonnenlicht ganz anders als harte, glatte und glänzende Blätter. Die behaarten Blätter des Frauenmantels Alchemilla mollis spielen in Allianz mit schimmernden Regentropfen ihre Reize aus. Die Wimpern der Blätter des Fingerkrauts Potentilla in Arten oder der Wiesenknopf Sanguisorba in Arten leuchten im Sonnenlicht und beleben so das gesamte Blattwerk. Diese Wirkung wird nicht nur im Detail sondern auch in der Fläche wahrgenommen. Auch markant genarbte Oberflächenprofile von Pflanzen, wie die des Hosta Laubes oder Ziestarten Stachys monerii oder Stachys macrantha treten durch die Wirkung von Licht und Schatten stärker hervor.

Generell findet man im schattigen oder feuchten Lebensumfeld eher Pflanzen mit interessanterem Blattwerk. Besonders große ornamentale Blätter offenbaren ihre Schönheit durch Form, Farbe und Textur.

Die extravagant gefalteten Blätter des Schwarzen Germers Veratum niger wirken wie ein Plisseerock. Das metallisch schimmernde, wunderschön geformte und in der Oberfläche gefurchte Laub des Schaublattes Rodgersia aesculifolia kann mit feingliedrigen Schattenpflanzen, wie Astilben, Silberkerzen Cimicifuga kombiniert werden, so dass ausdruckstarke Bilder entstehen. Auch das Tafelblatt Astilboides tabularis wirkt wegen seiner opulenten, hellgrünen Blattmassen spektakulär. Dennoch bringt es Ruhe und Ordnung in die Pflanzung. Aufgrund dieser zurückhaltenden Wirkung bieten sich großblättrige Pflanzen für die Verwendung im Hintergrund oder als Leitmotiv in Pflanzungen an.

Schönheit der Gräser

Wichtige Strukturpflanzen sind auch Gräser. Die Schönheit und Anmut dieser grazilen und eleganten Erscheinungen offenbaren sich dem Betrachter durch das feinstrukturierte, biegsame Laub und den interessanten Blütenständen. Ihre natürliche, wildnishafte Ausstrahlung prägen in besonderem Maße den Charakter der Pflanzung. Das lineare Blattwerk bildet einen wirkungsvollen Kontrast zu anderen Laubformen.

Auch Gräser unterscheiden sich in Größe, Struktur und Blatttextur. Selbst innerhalb der Gattung Miscanthus (Chinaschilf) gibt es Vertreter mit größerem Laub wie Miscanthus sinensis `Malepartus` aber auch sehr feinem Laub wie Miscanthus sinensis `Gracillimus` oder `Graziella`.  Die Sorte Miscanthus sinensis `Morning Light` ist schmalblättrig und zudem durch eine weiße Linie gekennzeichnet. Dieses farbliche Merkmal hebt die Feinheit und Eleganz der ganzen Pflanze noch stärker hervor.

Reiherfedergräser vermitteln ebenfalls einen leichten, zarten Eindruck. In den letzten Jahren hat das kurzlebige Federgras Stipa tenuissima jetzt Nasella tenuissima Einzug in die Staudenbeete gehalten. Durch die weiche Textur von Blüten und Blätter und dem überhängenden Wuchs scheinen sie mit spielerischer Leichtigkeit durch die Pflanzung zu schweben. Interessante Kontraste entstehen durch die Kombination mit Wollziest Stachys `Helene von Stein`, der mit seinen großen Blättern zwar eine andere Struktur aufweist, jedoch eine ebenso weiche und flaumige Textur besitzt. Das große Laub der Fetten Henne Sedum Maximum Hybride `Matrona` mit einem eher starr wirkenden Wuchs und wachsartigen Blättern schafft dagegen nicht nur Strukturkontraste, sondern auch ein Pendant zur Blatttextur. Der Wuchs der Witwenblume Knautia macedonica oder der Scabiose Scabiosa caucasica Hybriden mit den über dem Blattwerk schwebenden Blütenknöpfchen würden diese Leichtigkeit des Federgrases noch unterstützen.

Andere Eigenschaften von Gräsern, wie panaschierte Blätter, beleben vor allem halbschattige und schattige Partien. So ist die Kombination des Japanwaldgrases Hakonechloa macra `Aureola` mit gelbgrün gebändertem Laub in Kombination mit der im Frühjahr blühende Mandelwolfsmilch Euphorbia amygdaloides `Robbiae` von besonderem Reiz. Die Mandelwolfsmilch hat nicht nur eine interessante Blüte, sondern auch interessantes Laub mit einem schönen Aufbau. Ein anderes Beispiel ist Segge Carex conica `Snowline`. Mit ihrem bogig ausladenden, grün-silbrigweiß gestreiften Laub kommt sie insbesondere in Kombination mit größerem flächigem Blattwerk, wie Haselwurz Asarum caudatum sehr gut zur Geltung.

Im Winter wirken vorrangig die Strukturen von Pflanzen und schaffen reizvolle Wintersilhouetten. Insbesondere Gräser mit ihrem klar umrissenen Habitus kommen zur Geltung. Ockerfarbene Gräser wie Miscanthus sinensis bilden einen Kontrast zu den schwarzen Knöpfchen des Sonnenhutes Rudbeckia fulgida var. deamii oder rostbraunen Blütentellern der Fetthenne Sedum telephium `Herbstfreude`.

Raureif und Schnee lassen Konturen der Pflanzung noch stärker hervortreten und verwandeln einen Garten im Zusammenspiel mit den Samenständen von Ehrenpreis Veronicastrum virginicum, Giraffenskabiose Cephalaria gigantea, Brandkraut Phlomis russeliana oder Silberdistel Eryngium planum in eine winterliche Märchenwelt.

Ein vorzeitiges Abschneiden, wie es noch immer häufig praktiziert wird, bedeutet Verzicht auf diese interessante Erfahrung. Da die vegetationslose Zeit vergleichsweise lang ist, sollte der Blick auf diesen gestalterischen Aspekt geschärft werden. Allerdings muss man bei sich stark versamenden Arten abwägen, da eine aufwändigere Pflege dagegensteht.

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