Braune Ödnis statt üppiger Blütenpracht?

Mit diesen Pflanzen für den trockenen heißen Standort blüht Dein Garten schnell wieder auf.

Möglicherweise hast Du einige Bäume im Garten. Sie sind schon riesig und werfen enormen Schatten. Das ist großartig! Denn gerade an heißen Sommertagen weiß man ein schattiges Plätzchen unter Bäumen besonders zu schätzen. Unter dem kühlenden Blätterdach sind die Temperaturen wesentlich angenehmer.  Lege einen Waldgarten mit einer mystischen Atmosphäre an. Licht und Schattenspiele unter dem Blätterdach inklusive… einfach genial! Gestalte dein schattiges Plätzchen mit tollen Pflanzen. Es gibt viele Gründe, diesen oft unterschätzten Ort ins Rampenlicht zu holen. Ich habe einige Tipps und die geeigneten Stauden, Gräser, Gehölze sowie Blumenzwiebeln… Voila!

5 Gründe für einen Waldgarten

So mancher Hausbesitzer hadert mit dem Baumbestand auf dem Grundstück. Doch sieh diese schattige Situation einfach als Chance. Mach aus der Not eine Tugend. Bäume und Sträucher sind eine gute Investition. Sie können in mehrfacher Hinsicht wertvoll sein;

  • Sie mildern oder schützen vor Wind. So lassen sich sogar Heizkosten mit ihnen sparen.
  • Sie spenden in heißen Sommern Schatten und kühlen das Haus.
  • Sie wirken als Barriere gegen Lärm und Abgase von nahen gelegenen Straßen.
  • Sie schützen die Sicht auf das Grundstück und so die Privatsphäre. Am Grundstücksrand sind Bäume ein guter Abschluss.
  • Sie sind als Wald- Lebensgemeinschaft ästhetisch, denn viele formschöne Stauden wachsen im Schatten unter Bäumen. Denk auch an Farne und Schattengräser.

Vorbild Natur – Idee Waldgarten 

Der beste Weg, einen Waldgarten in Ihrem Garten anzulegen besteht darin, sich an der Natur zu orientieren. Sieh dich beim nächsten Spaziergang doch mal in nahegelegenen heimischen Wäldern um. Beobachte, was dort wächst und in welcher Gesellschaft? So bekommst Du ein Gefühl für dein Schattengarten- Projekt, für die Atmosphäre und die Besonderheiten.

Vergleiche den Bereich, den Du umgestalten möchtest. Analysiere; Wie ist das Licht, der Boden, die Drainage usw.? Nachdem Du all diese Faktoren untersucht hast, bist Du erstmal im Bilde und kannst gezielt deinen schattigen Garten planen.

Die drei Ebenen eines Waldgartens

Waldgärten haben einen speziellen Aufbau. Beachte diese Struktur und ahme so die natürliche Atmosphäre eines Waldes nach.

Diese drei Ebenen solltest Du anordnen:

  • Höhere Bäume als Baldachin; Sie sind oft schon vorhanden und das dominante Rückgrat des Waldgartens. Sie schaffen die schattige Situation für die anderen zwei Ebenen.

     

  • Das Unterholz als zweite Schicht. Sie besteht aus einer Mischung kleiner Bäume und Sträucher wie Hartriegel, Eiben, Rhododendron oder Azaleen.

     

  • Die bodennahen Pflanzen sind die dritte Ebene. Dazu gehören winterharte Stauden, Bodendecker und Zwiebeln. Hier spielen schöne Laubformen und Blatttexturen eine wichtige Rolle.

Schatten ist nicht gleich Schatten

Es gibt viele Schattengrade. Die Lichtqualität ist ein wichtiger Faktor. Nur wenige Pflanzen vertragen es, wenn es außerordentlich dunkel ist. Um nicht am Ende frustriert zu sein, solltest Du einen Blick auf den genauen Standort und dessen Lichtsituation werfen;

Lichter Schatten: Ideal ist es, wenn die Kronen der Bäume locker verzweigt sind, so, dass noch etwas diffus Licht durchdringen kann. Unter dem schütteren Pflanzendach der Bäume fühlen sich die meisten schattenliebenden Pflanzen wohl. Für einen Waldgarten ist dieser Schatten ideal.

Halbschatten; Diese Pflanzplätze haben Sonne und Schatten. Eine Tageshälfte befindet sich der Pflanzplatz im Schatten, während er die übrige Zeit sonnig liegt. Viele Schattenpflanzen vertragen Morgensonne, können aber bei direkter Hitze, insbesondere nachmittags, verbrennen.

Tiefer Schatten oder Vollschatten; Der extremste Standort. Hier dringt das Sonnenlicht nur selten bis auf den Waldboden. Solche dunklen Bereiche findet man oft unter dichten Nadelbäumen, sowie unter Bäumen und Sträuchern mit dichtem Blätterdach. Hier ist es zudem auch extrem trocken.

Absonnig: ein Begriff, den man ebenfalls oft hört. Er beschreibt die Situation von Plätzen, die hell sind, jedoch von der Sonne nicht direkt beschienen sind. Nordseitige Standorte, Innenhöfe oder Pflanzstellen, auf die durch helle Fassaden oder Mauern das Licht reflektiert wird, gehören dazu.

 

Ist dein Garten zu schattig? – Diese 3 Dinge kannst Du tun

Wenn es unter dem Blätterdach ihrer Bäume zu schattig ist und Du etwas „Licht ins Dunkle“ bringen möchtest, kannst Du Folgendes tun:

  • Die Baumkronen können etwas ausgedünnt werden. Entferne selektiv einige Zweige, damit mehr Licht eindringen kann.
  • Auch kann der Baldachin, das Blätterdach angehoben werden. Durch „Entasten“ oder Entfernen unterer Äste ist das Eindringen von stärker reflektiertem und gefiltertem Licht möglich.
  • Wenn Dir dein Garten zu dicht und schattig wird, solltest Du darüber nachdenken, einzelne Bäume vollständig zu entfernen. Achtung: Hierzu bedarf es meist einer behördlichen Genehmigung.

Bäume während der Umgestaltung schützen

Es dauert viele Jahre, bis ein Baum so groß ist und effektiv Schatten spenden kann. Bäume benötigen ihre Wurzeln zur Stabilisierung und Standfestigkeit aber auch zur Aufnahme von Nährstoffen und Sauerstoff.

Während der Vorbereitung des Areals müssen Vorkehrungen zum Schutz der Gesundheit des Baumbestandes getroffen werden:

  • Sorge dafür, dass während der Bodenbearbeitung keine Wurzeln oder Äste beschädigt werden. Verletzungen verringern die Standfestigkeit des Baumes nachhaltig. Sie führen dazu, dass Insekten eindringen oder der Baum für Krankheitsorganismen anfällig wird.
  • Trage keine mächtigen Bodenschichten auf die Wurzeln auf, denn die Wurzeln können unter der Bodenlast förmlich ersticken.
  • Ein sichereres Mittel zur Vorbereitung von Pflanzplätze in der Nähe von Baumstämmen ist das Ausheben von kleinen Bodentaschen. Das sind die Bereiche, in denen einzelne Bäume oder Sträucher platziert werden sollen. Dies ist ein schonender Weg, anstatt die gesamte Fläche zu bestellen.
  • Das Ziel ist es, möglichst viele der Haupt-, und Feinwurzeln zu schonen. Weiter weg vom Stamm kann die Bodenbearbeitung umfangreicher ausfallen.

Bäume können ihre Feinwurzeln schnell regenerieren, wenn diese abgeschnitten werden. Für die dicken, holzigen Wurzeln, die an der Basis des Baumes gilt dies nicht.

Eine Faustregel für den Eingriff in den Wurzelbereich besagt;

Man sollte keine Wurzeln schneiden, die in den Kreis fallen, gleich dem dreifachen Stammdurchmesser, gemessen von der Außenseite des Stammes.

Den Boden richtig vorbereiten – darauf kommt es an

Für ein gutes Wachstum Deiner Waldpflanzen, sollen die Standortbedingungen stimmen, insbesondere der Boden muss optimal vorbereitet sein.

Bist Du nicht sicher, in welcher Verfassung dein Boden ist, dann lass ihn einfach untersuchen. Ein Test gibt Aufschluss über die Zusammensetzung und den pH-Wertes. Die meisten Waldpflanzen gedeihen in feuchten, gut durchlässigen, humosen Böden, die reichlich organische Substanzen enthalten. Der pH-Wert ist oft leicht sauer.

  • Wenn möglich lockere die oberste Bodenschicht 5 bis 10cm und entferne dabei alle Unkräuter, insbesondere alle Rhizom- und Wurzelteile. Gerade Wurzelunkräuter können Dir später das Leben schwer machen.
  • Grabe in Wurzelnähe mit der Hand (auch wenn dies mühsam ist…). Arbeite wirklich behutsam, um die Bodenoberfläche nicht unnötig zu verdichten und größere Wurzelteile zu verletzen. Anstelle eines Spatens oder einer Hacke können zu diesem Zweck auch kleinere Werkzeuge wie Dreizink oder Kralle verwenden werden.
  • Das Feuchtigkeitsspeichervermögen sowie der Nährstoffgehalt von Böden können verbessert werden. Je nach Beschaffenheit des anstehenden Bodens können Humus oder Kompost in die obersten Schichten eingearbeitet werden. Diese Maßnahme bietet eine gute, strukturreiche Basis für ein optimales Wachstum ihrer Waldbewohner.
  • Beachte, dass der Wurzelbereich unter Bäumen nicht beliebig überdeckt werden darf. Buchen reagieren zum Beispiel sehr empfindlich auf die Überschüttung ihres Wurzelbereiches. Es sollten nicht mehr als 10 cm Schichtdicke an neuem Substrat verteilt werden.
  • Der Boden sollte mindestens zwei Wochen ruhen und sich setzen, bevor Du pflanzt. Dann kannst Du ggf. auch aufkeimende Kräuter nochmal gut entfernen.

So pflegst Du die frisch angelegte Pflanzung

Das Gießen:

  • Bei Neuanpflanzungen musst Du natürlich öfters gießen. Gieße lieber einmal länger und intensiver als mehrmals nur ganz kurz und oberflächlich.
  • Das Wetter und die Bedürfnisse der jeweiligen Pflanzen bestimmen den Bedarf an Wasser. Beobachte deine Schützlinge. Sie werden Dir schon zeigen, wann sie Wasser brauchen.

     

Das Schneiden:

  • Junge Bäume und Sträucher müssen möglicherweise nochmal in Form gebracht werden. Sie sollen ein schönes Gerüst im Waldgarten entwickeln. Totes Holz sollte nach Bedarf natürlich auch entfernt werden.

Das Mulchen:

  • Das Mulchen sollte mit angerottetem Material wie Rindenhumus oder Kompost in einer Schichtdicke von mindestens 5cm erfolgen. Zum einen ist das vorteilhafter für die Pflanzen und mal ehrlich… frische großkörnige Rinde sieht oft sehr unnatürlich und grob aus. Zudem erschwert sie das Pflanzenwachstum. Sie ist jedoch für die Waldwege gut geeignet.

In 4 Schritten zum kühlen Schattenbeet – So gelingt es ganz einfach

Schritt 1 – Pflanzen nach dem Standort auswählen

Suche die Pflanzen zunächst nach dem Standort aus. Es gibt Pflanzen die im tiefen Schatten wachsen, andere mögen es nur halbschattig. Suche erstmal möglichst viele Möglichkeiten, die in Frage kommen. Hast Du eine Vorauswahl getroffen, kannst Du diese umfangreichere Auswahl wieder reduzieren. Suche jetzt nur noch Pflanzen, die dir gefallen. Kombiniere sie zu schönen Zusammenstellungen.

Schritt 2 – Pflanzen nach Höhen auswählen 

Entwickele Kombinationen mit unterschiedlichen Höhen. Kombiniere abgestuft vom Wegesrand bis in den Hintergrund und modelliere so die Fläche. Verwende kleine Gehölze und höhere Stauden im Hintergrund und wegebegleitend niedrigere Stauden. Gruppiere die Pflanzen. Wirkungsvoller ist es, wenn mehrere Arten zu kleinen Gruppen zusammengesetzt sind. Niedrigere Stauden also bodendeckende Arten verwende am besten flächig, d.h. 7-12St./m². Sie sorgen für eine sich schnell schließende Bodendecke. Hin und wieder können auch einzelne höhere Gräser (wie höhere Seggen) oder Gehölze eingefügt werden.

Schritt 3 – Pflanzen nach dem jahreszeitlichen Wechsel auswählen

Die Pflanzung soll über das gesamte Jahr immer wieder neue Blickpunkte bieten. Sowohl die Blüte als auch das Laub, ja sogar der Austrieb und das „Sterben in Schönheit“ kann interessant sein.

Früh im Jahr blühen Schneeglöckchen Blaustern oder Frühlingsanemonen. Sie verlängern die Saison und erscheinen bevor die Bäume austreiben. Wenn sie sich in die Erde zurückziehen, treiben Stauden wie Astilben, Funkien, Farne oder Geißbart aus und verdecken das welk werdende Laub der Zwiebelblumen. 

Im Schatten wirken besonders ornamentale üppige oder schön gezeichnete Blätter. Kombiniere zartlaubige Farne, feingliedrige Seggen mit großlaubigen Arten, wie Funkien, Schaublatt oder Tafelblatt. Du wirst feststellen, dass Du die Blüten kaum vermissen wirst… so schön und spannungsreich kann das sein!

Blütenstauden im Schatten, die gibt es natürlich auch. Obwohl Schattenpflanzen im Allgemeinen alles etwas gedämpfter blühen, verfehlen sie nicht ihre Wirkung. Die oft weißen oder cremefarbenen Blüten können in dunkleren Partien kleine Licht- und Leuchtpunkte setzten.

Genauso wie Arten mit panaschiertem Laub. Das Japanwaldgras, Hakonechloa macra Aureovariegata oder der Funkie, Hosta Hybr. Patriot,  knipsen so förmlich das Licht an.

Schritt 4 – schaffe Rhythmus im Beet

Wiederhole einzelne Kombinationen an einer anderen Stelle. Das verleiht dem Ganzen einen Rhythmus und führt den Blick durch den Garten. Alles wirkt ruhiger und klarer als ein Sammelsurium wahllos zusammengesetzter Pflanzen.

Möblieren deinen Waldgarten

Wenn Du ein schönes Plätzchen mit einer Bank  im Schatten- oder Waldgarten anlegen möchtest, so sollte es gut in die Waldatmosphäre passen. Schlichte Holzmöbel sind dabei die erste Wahl. Eine kleine einfache Bank lässt sich mit etwas Geschick selbst zimmern oder auch zimmern lassen. Auch grobe Baumstämme oder sogar Möbel aus Treibholz werden zu rustikalen Sitzmöbeln. Unikate mit Stil, die in den Waldgarten passen und sich einer schönen Pflanzung unterordnen.

Wege im Schattengarten

Das Geh-Gefühl auf einem gemulchten Weg, der bei jedem Schritt sanft federt ist großartig! Echt wie im Wald. Einen Weg aus Rindenmulch passt daher hervorragend in einen schattigen Garten. Wichtig ist, dass der Weg einen guten Wasserabzug hat, da er somit länger haltbar ist. Alle zwei bis drei Jahr sollten Sie etwas nachmulchen, da der Weg zwar preiswert ist aber nicht allzu lange hält.

Etwas dauerhafter sind Wege oder Stege aus Holz. Das können Bohlen aus Holz sein oder auch Stege, die mit etwas Abstand über dem Waldboden schweben. Hier ist es wichtig, dass die Holzoberfläche rutschfest ist. Rillen in den Planken vermeiden die Rutschgefahr.

Auch Kieswege sind natürlich denkbar. Auch sie müssen von Zeit zu Zeit erneuert werden. Einfassungen sind eigentlich nicht nötig. So wirkt alles natürlicher. Möchtest Du dennoch eine Begrenzung deines Weges, so können seitlich verlegte nicht allzu große Baumstämme den Weg begrenzen.

Gestalte mit üppigen Schattenpflanzen deinen verwunschenen magischen Ort im Garten. Ein kühles schönes Plätzchen… dass Du bestimmt in heißen Sommern lieben wirst.

Lies hierzu auch den Blogartikel Waldgarten – Pflanzen die im Schatten wachsen

Weitere Informationen findest Du in den folgenden Büchern:

 

Genieße den Schatten und bleib dort natürlich!

Petra

 

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