Das Beet, dass Du schon immer anlegen wolltest

Du wünschst dir schon lange ein perfektes Beet? So eines wo der Standort, die Größe und die Form für dein Staudengarten optimal stimmen? Dann bist Du hier richtig!

Es gibt viele Möglichkeiten ein Beet anzulegen. Das kann an verschiedenen Stellen im Garten erblühen. Möglich ist das entlang eines Weges, einer Einfahrt, einer Terrasse, oder einer Grundstücksbegrenzung. Mutige pflanzen gleich den gesamte Garten oder große Teile davon. Dann entsteht ein Garten ohne Rasen. Wunderbar!

Du hast nicht so viel Platz? Due traust dich nicht so großzügig zu sein? Dann ist es genauso in Ordnung. Lege ein kleines Beet an. Vielleicht eines, das Du aus dem Fenster jeden Tag siehst.

Es gibt nicht den „richtigen“ Weg. Denn Gärten sind verschieden und die Menschen, die darin gärtnern erst recht. Auf deinen ganz persönlichen Geschmack kommt es an. Nicht darauf, was dein Nachbar pflanzt oder was in einem Garten-Magazin gerade modern ist.

Ich möchte die richtigen Fragen stellen, die Dir helfen Entscheidungen zu treffen. Ich möchte anregen und ermutigen.

Vielleicht erkennst Du ja während des Lesens eine Situation, die dich an deinen Garten erinnert und dein Kopfkino ist angeschmissen… 🙂

Dann wünsche ich Dir viel Spaß beim Lesen und Träumen…  und wenn Spaß zufällig mit „Regeln“ des Designs zusammenfällt, perfekt.

Wenn nicht… auch in Ordnung.

Foto: Ferdinand von Luckner   Oben: Hier kommt die Natur ins Haus. Der Garten muss ganzjährig wirken, deshalb ist die Pflanzenauswahl ungemein wichtig.

„Es ist unwahrscheinlich, dass Du deinen Gartentraum verwirklichst,

wenn Du dir nicht sicher bist, was dein Traum eigentlich ist.“

Ort, Charakter und Zeit – diese Fragen solltest Du dir stellen;

Der erste Schritt bei der Gestaltung deines Gartens besteht darin zu klären, was und wie Du dir ihn vorstellst.

Die folgenden Fragen werden dir dabei helfen:

Der Ort:

  • Möchtest Du etwa mit ein paar Stauden, Gräser oder Gehölzen einen kleinen Platz am Eingang oder an der Treppe schmücken oder möchtest Du stattdessen eine flächendeckenden Staudengarten?
  • Möchtest Du am Sitzplatz oder an der Terrasse von schönen Blüten umgeben sein?
  • Willst Du einen Sichtschutz ausblühenden Stauden und Gräsern?
  • Soll eine Rabatte die Wege oder die Einfahrten flankieren?
  • Möchtest Du das Beet auch im Winter sehen?

Der Charakter:

  • Bist Du ein Pflanzensammler und brauchst ein Beet zum beobachten deiner Pflanzenschätze?
  • Hast Du Vorlieben für bestimmte Farben und Formen?
  • Hast Du ein Gartenideal, wie mediterraner Garten, Präriepflanzung oder Gräserbeet?
  • Wann soll dein Garten am schönsten sein? Reicht eine kurze, aber spektakuläre Frühlings- oder Sommershow oder möchtest Du einen Garten, der vom Frühling bis zum herbstlichen Finale gut aussieht?

Deine Energie und Zeit für den Garten:

  • Wie viel Zeit, Energie und Geld bist Du überhaupt bereit, in den Garten zu investieren?

 

Eine moderne Terasse mit schmalen Pflanzbeeten. Hier müssen die Pflanzen sorgfältig ausgewählt werden. Sie müssen das ganze Jahr eine gute Figur machen.
Oben und unten: Mediterrane Gärten können das Thema für den ganzen Garten sein. Die Bepflanzung ist nicht dicht und wirkt mit der Kiesauflage sehr natürlich. Wege ergeben sich und auch ein Sitzplatz lässt sich hier eher „spontan“ einordnen.

Lerne deinen Garten kennen, so findest Du den richtigen Standort für dein Beet

Wenn Du noch nicht sicher bist, wo dein Beet am besten wirkt, dann stell dich in den Garten, auf die Terrasse oder sieh aus dem Fenster.

Dabei solltest Du dich das Folgende fragen:

  • Wie ordnet sich der gesamter Garten in die Umgebung ein? Das heisst; Was umgibt ihn? Wie sind die Grenzen?
  • Was sind die Potentiale? Was ist schön und will ich hervorheben, was lieber verdecken?
  • Wie sind die Farben der Umgebung? Wie ist die Fassade, sind die Bodenbeläge?
  • Wo möchte ich gern im Garten sein? Was ist der besondere Ort? Wo macht mir der Garten am meisten Spaß?
  • Was sehe ich aus dem Fenster auch im Winter? Du wirst deinen Garten noch mehr schätzen, wenn Du ihn vom Haus aus gut sehen kannst. Das arbeiteten in der Küche und oder am Computer ist vielleicht leichter, wenn Du eine Pause einlegst, aus dem Fenster blickst während sich die Blumen oder Gräser im Wind wiegen.
  • Wo komme ich oft vorbei? Vielleicht an einem Vorgarten, einer Zufahrt?
  • Wo ist die nächste Wasserstelle? Ein Garten muss auch in der Nähe eines Schlauchs sein. Gerade jetzt, wo es heißer und trockener wird, ist diese Möglichkeit zu wässern ungemein wichtig.
  • Hat mein Beet einen Hintergrund und wenn ja welchen? Denke an die Gartenfotos, die Du in Büchern und Zeitschriften manchmal siehst. In fast allen Fällen steht etwas hinter der üppigen Blumenpracht – ein Zaun, eine Stein- oder Backsteinmauer, eine dunkelgrüne Hecke oder eine Masse von Sträuchern oder Bäumen. Diese Hintergründe verhindern, dass dein Auge durch die Landschaft wandert. Es ist ein Fester Rahmen, wie bei einem Bild. Stattdessen konzentriert sich der Blick auf die Pflanzung. Sollte die Grenze unansehnlich sein, kannst Du einen einfachen Zaun aufstellen oder eine Hecke pflanzen. Eine Hecke muss nicht aus einer Reihe dicht geschorener Eiben oder Liguster bestehen. Eine informelle Ansammlung von Sträuchern wie Schneeball, Flieder oder Strauchrosen bieten eine Kombination aus leuchtenden Blüten, Früchten und auffälliger Herbstfarbe. Oder sie sind eine satte grüne Kulisse für das Sommerspektakel, das sich zu ihren Füßen abspielt.
  • Möchte ich ein Beet mitten im Garten anlegen? Dann brauche ich keinen Hintergrund, sondern pflanze lieber ein Inselbeet. Das ist von allen Seiten zugänglich. Hierbei ist wichtig, dass es maßstäblich zum Garten ist und nicht zu klein ausfällt. Das könnte leicht albern wirken. (wie ein Hundegrab…) Wenn es groß genug ist, lässt es sich auch so bepflanzen, dass das Inselbeet als eine Art „Raumteiler“ im Garten wirkt.
  • Die Lichtverhältnisse sind ebenfalls bedeutend. Sie sind wichtig, weil die Pflanzenauswahl wichtig ist. Die Pflanzen bestimmen die Wirkung, die Stimmung und den Charakter des Gartens.
Ein opulentes Stauden-Beet in geschwungener Linie wirkt natürlich und bildet einen spannenden Kontrast zu den strengen Hecken im Hintergrund. Ich liebe dieses Prinzip von „Ordnung und Chaos“, da es eine ungeheure Spannung hervorbringt.
Oben und unten: Oft braucht es gar nicht viel um mehr Natürlichkeit in den Garten zu bringen. Kleine aber sorgfältig bepflanzte Beete um den Sitzplatz lösen die moderne geradlinige Wirkung des Sitzplatzes auf.
Klassische Gartenanlagen mit Hecken eingefasst wirken vorrangig durch die Struktur, durch die Umgrenzung. Hier wurden die Beete mit einfarbigen Salbei (einjährig) bepflanzt. Denkbar sind auch Stauden, Gräser oder Gemüse. Also es gibt zig Varianten.

Die optimale Größe festlegen

Wähle den richtigen Maßstab des Beetes. So passt es proportional in die Umgebung. Das bedeutet; ist der Garten klein, sollte das Beet zwar immer noch großzügig aber im Maßstab passend zur Gesamtfläche ausgelegt sein. Ein großes Grundstück bietet in Bezug auf die Ausweitung mehr Möglichkeiten. Es sollte  großzügiger bemessen sein, damit es wirkt.

Ich kenne Kunden, die haben mit einem kleinen Beet an einem sonnigen Ort begonnen und waren erstaunt, wie schnell sich der Raum mit Pflanzen oft Mitbringsel füllte. Der Platz wurde irgendwann knapper. So fügten sie immer mehr Platz hinzu, zu Lasten der Rasenfläche. (Das kennt auch mein Mann… ) Das wiederholte sich über lange Zeit und so wurde das Beet schrittweise größer. Wenn auch Du mit der Gestaltung zufrieden ist, ist an dieser schrittweisen Herangehensweise nichts auszusetzen.

Für Jemanden, der vielleicht am Anfang steht, ist es nach meiner Erfahrung besser, klein anzufangen. Später kann man noch expandieren, wenn Zeit und finanzielle Mittel es erlauben. So ist es nicht gleich so anstrengend und herausfordernd. Das Ziel sollte ja sein, Spaß zu haben und sich nicht die Haare zu raufen, weil man es nicht bewältigt.

Natürlich ist es ideal, wenn Du es schaffst von vornherein das Beet zu planen. So ist es eher stimmig und harmoniert mit den Proportionen deines Gartens. Wenn Du also von Grund auf neu entwirfst, solltest Du darauf achten, das Beet nicht zu schmal anzulegen. Manchmal gibt es die Fläche vielleicht nicht her. Wenn Du es dir aber aussuchen kannst, sollte dein Border entlang der Grundstücksgrenze mindestens 1.20m tief sein. Ein Laufstreifen von ca. 0,5m entlang der Grundstücksgrenze hilft dir, die Hecke zu schneiden.

Ansonsten finde ich persönlich größere Beete wirkungsvoller als kleine, da sie sich einfach eindrucksvoller bepflanzen lassen.

Ich liebe es zum Beispiel auf Rasen zu verzichten und stattdessen alles zu bepflanzen. (Das ist meine persönliche Vorliebe) Wenn allerdings Kinder im Haus sind und auch Rasen gebraucht wird oder der Ehemann gern auf dem Aufsitzmäher sitzt, 🙂 dann braucht man Rasen.

Mit großzügigen Pflanzungen jedoch, lässt sich der Garten modellieren und einteilen. Es enstehen hohe und niedrige Partien. Unansehnlich Stellen im Garten lassen sich entweder verdecken oder hervorheben. Auch die Dynamik der Jahreszeiten, das Wachsen, Werden und Vergehen kann man intensiver erleben. Und nicht zu vergessen; Insekten und Bienen lieben Blüten, weniger den Rasen. (der es künftig ohne Wasser sowieso schwer hat)

Aber zurück zu Größe… Die Beetfläche kann nicht groß genug gewählt werden.

 

„Denk großzügig! Eine üppig angelegte Bepflanzung macht viel mehr Spaß“

Für die Pflege kann man kleine Pfade anlegen. Ich habe ein Beet mit 8m Tiefe im Garten und habe keinen Pfad angelegt. Ich komme dennoch überall hin, was ich aufgrund der pflegeleichten Bepflanzung kaum brauche.

Möchtest Du dich mehr mit dem Thema beschäftigen? Dann lies auch diese Blogartikel:

Wie Du eine Oase aus Pflanzen erschaffst (auch wenn Du keinen großen Garten hast)

Sichtschutz pflanzen mit Stauden und Gräsern

Zarte Gräser im sonnigen Garten

So perfekt und subtil kann ein Sitzplatz umpflanzt sein.

Deine Wahl – gerade Kanten oder oder geschwungenen Linien

Gerade Linien oder formale Entwürfe, wie geometrische Standardformen (Quadrate, Rechtecke, Kreise) sind für eher modern oder klassisch angelegte Gärten. Sanfte Kurven und unregelmäßige Formen dagegen wirken entspannter, natürlicher und daher ungezwungener.

Wähle die Form, die zur Umgebung und zu deinem Empfinden passt.

Sei ruhig experimentierfreudig. Du kannst beides, geschwungen und formal miteinander kombinieren. So können beispielsweise Haus- und Terassenkanten geradlinig sein und den Linien der Architektur entsprechen, während die Ränder entlang einer Grundstücksgrenze oder um eine Gruppe von Bäumen und Sträuchern herum mit den natürlichen Konturen des Grundstücks wellenförmig sind.

Ich wähle in Hausnähe meist formale Formen, wie einen winkliges Beet um eine rechteckige Terrasse oder das parallel verlaufende Beet zu einer Hauszufahrt. In kleineren Gärten rate ich generell dazu, formaler zu bleiben. Im ersten Moment sehen formale Entwürfe sehr streng aus. Jedoch ich finde den Kontrast zwischen der Strenge der Formen, wie Terassen, Hecken, Mauern oder Pergolen zu den überbordenden Staudenbeete ungemein reizvoll. 

 

„Diese erzeugte Spannung zwischen „Ordnung und Chaos“ ist für mich das Salz in der Suppe.“

Plötzlich wirkt der Garten nicht mehr so streng, denn es scheint, als würde die ordende Struktur, die wilde Bepflanzung darin zähmen. Verstehst Du was ich meine?

In einem größeren, landschaftlich geprägten Grundstück sind geschwungene Beete passender. Sie fügen das Beet durch die harmonischen Linien optimal in die gesamte Umgebung ein. Möglich sind geschwungene äußere Beetkanten oder ein geschwungener Weg der durch die Pflanzung führt.

Oben: Entlang von breiten Wegen können Beete mit schönen Pflanzen ein Gegengewicht zu dem vielen Beton oder ausladenen Steinflächen bieten
Unten: Kleine blühende Pflanzeninseln flankieren die Wege, lenken den Blick und führen geschickt in andere Gartenteile.
Unten: Mein alter Garten in Biederitz hatte kaum Rasen. Ein schmaler Weg führte durch den Garten zu einem weiteren Sitzplatz. Begleitet von Japanwaldgras, das als Einfassung gepflanzt wurde.
Foto unten: Ferdninand von Luckner   In einem Kundengarten ist alles mit üppigen Stauden und Gräser großräumig bepflanzt. Übrigens sehr pflegeleicht!
Foto; Ferdinand von Luckner
Bild oben und unten: üppige Pflanzengruppen setzten kräftige Akzente. Ihre Üppigkeit verschiebt den Maßstab. 

Man sagt ja immer „Ein schöner Garten ist kein Zufall“. Das stimmt auch, denn er ist von vielen sorgfältig getroffenen Entscheidungen abhängig. Egal ob es ein großer oder kleiner Garten ist, am Ende gilt; es muss zusammen passen. Es lohnt sich also Gedanken in vielen Varianten zu machen. Auf dem Papier tut es ja nicht weh 🙂 und der Winter ist lang!

Wenn Du wissen möchtest was Du pflanzen kannst, dann findest Du hier weitere Anregungen:

Zarte Gräser für den sonnigen Garten

Gartenpflanzen für den Klimawandel – so gärtnerst Du auf trockenem Böden

Klimawandel im Garten – so findest Du die richtigen Gartenpflanzen

Viel Spaß beim lesen und bleib natürlich

Petra

 

Braune Ödnis statt üppiger Blütenpracht?

Mit diesen Pflanzen für den trockenen heißen Standort blüht Dein Garten schnell wieder auf.

Das könnte Dich auch interessieren:

Fast geschafft! Schau in dein E-Mail-Postfach und bestätige deine Eintragung!

Trag dich jetzt für meinen kostenlosen Newsletter ein und erhalte als Dankeschön Zugriff auf jede Menge Vorlagen, Checklisten und Arbeitsblätter in meiner Bibliothek.

Du erhältst ca. zwei - fünf mal im Monat E-Mails von mir mit exklusiven Tipps, Ideen und Inspirationen rund um das Thema Pflanzen. Außerdem informiere ich dich immer als allererstes, wenn es bei mir etwas neues gibt!

Fast geschafft! Schau bitte in dein E-Mail-Postfach und bestätige deine Anmeldung.