ein Gastbeitrag von Hanne Roth

„Pflanzengesellschaften verhalten sich wie Menschen: Sie müssen miteinander können. Tanzt einer aus der Reihe, wird es unharmonisch und manchmal schwierig“.  … das ist meine Überzeugung. Egal was es zu kombinieren gilt, ob Stauden untereinander, ob Stauden mit Rosen oder anderen,  neben  Farbe und Habitus sind die Bedürfnisse der Pflanzen der  Maßstab für meine Planungen.

„Man muss sich in Pflanzen hineindenken, Geduld haben, sich überraschen lassen“!

Der ursprüngliche Berufswunsch war Innenarchitektin, daraus geworden ist Landschaftsarchitektin. Denn schon immer war die Leidenschaft für Pflanzen und Natur verankert, geprägt durch mein Elternhaus.

Auf der Suche nach der Ausbildungsrichtung unterstrich Landschaftsarchitekt Peter Leitzmann die Wichtigkeit der Praxis, vor allem die Wichtigkeit der Kenntnisse über Pflanzen und deren Verwendung.

Also folgte dem Abitur eine Lehre im GaLaBau, Praxisjahre in Staudengärtnereien, und dann erst  das Studium Landespflege in Weihenstephan, Vorträge auf der IGA 83 und der Buga 85 liefen nebenbei.

So mit Gartenschauen vertraut, startete ich direkt nach der Diplomarbeit bei der Gesellschaft zur Förderung der Bayerischen Landesgartenschau GmbH mit der Organisation der pflanzlichen Beiträge und vermittelte zwischen Planern und Ausstellern.

1993 gründete ich mein eigenes Planungsbüro. Seitdem begleite ich häufig Gartenschauen mit der Planung von Einjährigen, Staudenflächen, Rosen und anderen pflanzlichen Beiträgen.

Rosen waren nicht immer meine Leidenschaft, aber seit ich die unglaubliche Standortamplitude entdeckt habe, gehören sie tatsächlich zu meinen Lieblingen.

Neben Vorträgen engagiere ich mich im AK Pflanzenverwendung der Staudengärtner für Muldenbegrünung. Pflanzenorientierte Kompositionen, die mit unserem  aktuell  sich veränderndem Klima zurechtfinden sind nicht nur hier gefragt.

Der Lehrauftrag in Weihenstephan im Bereich Pflanzenverwendung in der Landschaftsarchitektur gibt mir die Möglichkeit, meine Erfahrung an den `Nachwuchs` weiter zu geben.

Seit 2015 betreue ich die Schauanlagen der Fa. Dehner in Rain. Mit dem Focus auf Nachhaltigkeit  sind auch hier Pflanzenkompositionen gefragt, die gut mit sich selbst zurecht kommen. Eine behutsame , aber konsequente Verwandlung des Parks. 

Hanne Roth Landschaftsarchitektin

Neue Erfahrungen und Chancen

 

Manchmal passiert auch Unvorhersehbares, vergleichbar mit so manchem Kochvorgang.

Hat man eine Zutat, die nicht bestellt war, die gar nicht vorgesehen war und die eigentlich auch gar nicht passt, dann aber doch Verwendung finden soll, ist man herausgefordert.

Dazu habe ich eine besondere Geschichte parat:  Eine Rose Westerland in Solitärqualität kam in meine Hände, nicht bestellt und schon gar nicht vorgesehen. Westerland gehört nicht zu meinen Lieblingsrosen, ich könnte auch sagen, ich mag sie gar nicht.

Neutral gesehen aber war das Exemplar richtig schön. Mein großes Pflanzenherz ließ es nicht zu, sie dem Komposthaufen anzuvertrauen.

So kam der Gedanke auf: Zeig mal, was Du kannst!

Ich habe sie in meine erste Entwässerungsmulde, also in meine Versuchsmulde gepflanzt und dachte mir, wenn du da überlebst,  dann darfst du bleiben und hast den schönsten Platz.  Sie ist umgeben von Parkplatzreihen und einer Zufahrtsstraße zu einem Logistikzentrum, die täglich von LKWs und PKWs intensiv befahren wird.  Aber dafür wird sie von jedem gesehen!

Foto oben: Die robuste Strauchrose `Westerland` in einer Mulde
Foto oben: Bodendeckerrose `Jazz` mit Lavendel
Foto oben: Beetrose `Sweet Pretty` mit Gräser und Steppenwolfsmilch (Euphorbia seguieriana ssp. niciciana)
Foto oben: Perovskia (Blauraute) mit Beetrose `Aspirin`(ADR Rose)

Die Rosenliebhaber unter Ihnen werden jetzt aufschreien:

 

Gepflanzt wurde sie  in eine Bodenmischung von annähernd 70 % Kalksplitt und 30% Oberboden, auf Rigolen, ohne Lehmanteil und Dünger, nur im Pflanzjahr mit Wassergaben versorgt. Dazu kommt noch, dass sie jedes Frühjahr wie eine Polyantharose behandelt und mit den Stauden auf  knapp 10 cm zurückgeschnitten wird.

Sie bedankt sich seit vier Jahren mit einer überreichen Blüte, mit einem glänzenden, dunkelgrünen Blatt, ohne Laus und ohne Mehltau. Sie erreicht eine Höhe von nahezu 160 cm und ist ab September reich besetzt mit Hagebutten, die über den Winter auch noch Vogelnahrung bieten.

Selbst Rosenzüchter staunen bei dieser meiner Berichterstattung, können es kaum fassen. Denn auch in deren Schaugärten erfahren die einzelnen Rosensorten viel Zuneigung, eigentlich zu viel von allem.

Beinahe wie in jedem Hausgarten werden sie gehegt und gepflegt, gedüngt und mit allem Möglichen gegen  saugende und beißende Insekten behandelt, gegen Pilzkrankheiten teils schon vorbeugend gespritzt.

Unerfahrene Gartenbesitzer winken gerne ab, wenn es um das Thema Rosen geht. Zu viel Arbeit!! Da sind wir wieder beim Thema.

Foto oben: Die Beetrose `Pomponella` (ADR Rose) fügt sich harmonisch in das Beet. Sie wird begleitet von dem Patagonischen Eisenkraut (Verbena bonariensis), Rutenhirse (Panicum) und dunkellaubiger Wasserdost (Eupatorium rugosum `Chocolate` syn. Ageratina)

 

 

Foto unten links: Beetrose `Westzeit` mit Zierlauch (Allium), beonders ist der kupferfarbende Austrieb im Zusammenspiel der Blüten
Foto unten rechts: Bodendeckerrose `Jazz` mit Zierlauch (Allium)

Rosen so überraschend anspruchslos

 

Ich möchte nicht generell dazu raten, Strauchrosen wie Polyantharosen zu behandeln und Rosen einfach ins Kiesbeet zu pflanzen. Ganz sicher werden Strauchrosen ohne diesen Radikalschnitt zu wunderschönen Gestalten.

Aber  auf Extremstandorten kann mit der richtigen Auswahl der Sorten gelingen, worüber man noch nicht nachgedacht hat.

Die Wildformen der Rosen sind grundsätzlich anspruchslos, besiedeln zum Teil Ruderalstandorte. Warum sollen nicht zumindest die einfach blühenden Sorten anspruchslos sein können?

Sie sind  Dauerblüher in jeder Art von Beet, sogar mit Fruchtschmuck. Welches Gehölz kann das schon von sich behaupten.

 

Blid unten: Bodendeckerrose `Jazz` mit einem aparten Farbspiel
Foto oben: Effektvolle Kombintaion mit dunklem Wasserdost (Eupatorium  rugosum ‚Chocolate‘ syn. Ageratina)   und der Persica Rose `Eyes for you`
Foto oben: Kombination der Persica Rose `Eye of the Tiger` mit Gräsern, wie Rutenhirse (Panicum) und Braunblättriger Wasserdost (Eupatorium  rugosum ‚Chocolate‘ syn. Ageratina) 

Ich liebe die neuen Persica Hybriden

 

Von dieser Erfahrung wiederum animiert, habe ich begonnen, Persica-Hybriden mit in diese Art Pflanzungen einzubinden. Leuchtende Farben, ungefüllte Blüten, gesundes Laub, das mich, außer zur Zeit des Austriebs, eigentlich gar nicht wirklich interessiert.

Benötige ich doch nur die Blüten zu meinen Stauden, zu den Gräsern, die zum Teil schon blühen, wenn die Rosenblüte einsetzt.

Finde ich dann noch Sorten, die das Beet mit leuchtender Herbstfärbung und Blüten und Hagebutten gleichzeitig  aufpeppen, dann sehe ich mich von Mutter Natur für meine Ideen belohnt.

Dann hoffe ich darauf, viele andere Seelen mit meinem Schaffen zu berühren und zur Nachahmung anzuregen.

 

Hanne Roth, Februar 2021

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