Reden wir Tacheles – reden wir über die Kosten für dein Staudenbeet

 

Es ist ja wie beim Renovieren. Zuerst kommen die Leitungen unter Putz (notwendig aber später unsichtbar) und dann erst die (Blümchen) Tapete.

In deinem Garten ist es genauso; In den seltensten Fällen kannst du in deinem Beet direkt ‚drauf-los-pflanzen‘. Ein bisschen Geduld, sorgfältige Vorbereitung und die richtigen kostenwirksamen Entscheidungen über das Vorgehen sind ratsam. 

In meiner Newsletter-Umfrage, kam mehrmals die Frage nach den Kosten für ein Staudenbeet. Das hat mich bewogen, kompetente Unterstützung anzufragen.

Seit vielen Jahren arbeite ich in Sachen „Ausschreibung“ mit meinem Kollegen Stefan Brückmann aus Bonn zusammen. (unter anderem für die Pflanzung BUGA Koblenz 2011, LAGA Würzburg 2018 und aktuell LAGA Lindau 2021)

Stefan Brückmann kennt sich mit den aktuellen Kosten aus. Ich freue mich, das er euch weiterhelfen kann.

Viel Spaß beim Kalkulieren… 🙂

 

Stefan Brückmann ist gelernter Gärtner im Garten- und Landschaftsbau und Landschaftsarchitekt aus Leidenschaft.

Nach Abschluss seines Studiums in Dresden (1999) arbeitete er sich stetig über Stationen in Zwickau, Weimar in seine Heimatstadt Bonn vor.

Dort hat er seit 2007 mit Ulrike Platz ein Landschaftsarchitekturbüro mit dem Namen die3 landschaftsarchitektur Brückmann & Platz. Im Büro ist Stefan für Detailplanungen und alles was mit genauen Zahlen zu tun hat, zuständig. Perfekt, genau ihn zu fragen!

 

Meine (verpreisten) Arbeitsschritte für dein blühendes Staudenbeet

 

Bevor es losgeht, gibt es nämlich notwendige Vorarbeiten, bevor es üppig blühen kann. Und die müssen realistisch eingeschätzt werden.

Damit du weißt, was auf dich zukommt, habe ich dir alle erforderlichen oder möglichen Arbeitsschritte aufgeführt. So kannst du einschätzen, was auf dich zu kommt. Du selbst kannst entscheiden, an welcher Stelle du den Einstieg für dein Staudenbeet wählst. So wirst du nicht von unvorhersehbaren Kosten überrannt.

Ich betrachte dabei immer die Kosten für 1m² und trenne in meiner Auflistung, was du selbst tun kannst und was es kosten würde, wenn diese Leistung ein Garten- und Landschaftsbaubetrieb übernimmt.

Wenn du also die Kosten für dein blühendes Beet im Zaum halten willst, solltest du sorgfältig abwägen, was du selbst übernehmen kannst und was du lieber in Auftrag geben willst.

 

„Die Zeit ist kein Geld. Aber den einen nimmt das Geld die Zeit und den anderen die Zeit das Geld.“

Ron Kritzfeld

 

Die Beräumung: Was muss weg?

Zuerst frag dich, ob Pflanzen für dein Beet entfernt werden müssen. Ist vielleicht Rasen abzuschälen oder Gehölze zu entfernen?

Hier ist der Aufwand unterschiedlich. Müssen größere Pflanzen, wie Bäume entfernt oder etliche Quadratmeter Rasen gestochen werden, dann geht es evtl. über die Selbstentsorgung im Kofferraum hinaus. Was du brauchst ist eine professionelle Abfuhr.

 

Mit folgenden Kosten kannst du rechnen:

Eigenleistung: Container bestellen und selbst Handanlegen

  • je nach Größe (Volumen) zwischen 150-250 € pro Container

Fremdleistung: Firma mit dem Abräumen bestellen

  • 5-6 € /m² für das Abstechen von Rasen
  • 10-15 € für das Entfernen von Stauden und Strauchflächen
  • Größere Sträucher werden einzeln berechnet und liegen bei ca. 30 -50 € /m Höhe. (Allerdings sollte man immer gut überlegen, ob man große Sträucher als ‚Raumbildner‘ einbezieht)

Dein Garten ist freigeräumt – die nächsten Schritte

Geschafft, die Fläche ist frei. Oder bei einer Neuanlage mit Boden angefüllt. Dann geht es jetzt an die Bodenvorbereitung. Die meisten Stauden lieben es locker durchlässig und frisch.

Also sieh dir deinen Boden genauer an;

Ist er lehmig, sollte er mit Sand und geringen Humus Zugaben aufgelockert werden.

Ist der Boden sehr locker und sandig, sollte man Humus einarbeiten, damit Nährstoffe und Struktur den Stauden ‚Halt‘ geben. Sand (idealerweise Lavasand) oder vergleichbar porösen Gesteinssand, bekommt man in kleineren Säcken oder lässt ihn, bei größerem Bedarf liefern.

Mit folgenden Kosten solltest du jetzt rechnen:

Bei bindigen Böden solltest du pro Quadratmeter mit 10-15 l Humus (das sind 1-1,5 cm / m²) rechnen.

  • Eigenleistung: Je nachdem wie bindig der Boden ist. Die Kosten für Humus liegen bei etwa 3-5 €/m².
  • Fremdleistung: Wenn man die Bodenverbesserung mit Sand durch eine Firma durchführen lässt, kann man etwa die gleichen Kosten ansetzen.

Ist der Boden sehr locker und sandig, nimmt man am besten guten Feinkompost aus einem Kompostwerk in der Nähe. Der ist torffrei, meist gut aufbereitet, je nach Angebot sogar schon vorgedüngt. Und oft viel günstiger als Sackware aus dem Baumarkt.

  • Eigenleistung: In unserer Region liegt der Preis für einen 40 l-Sack Pflanzhumus bei knapp 5 €, bei Selbstabholung von losem Material bei ca. 15 € /m³. Für 1 m² sollte man ca. 15-20 l Humus rechnen. Als Sackware ist der Transport leicht, aber man benötigt einen Sack für 2-3 m². Das sind also ca. 2,50 € / m².
  • Eigenleistung: Kann man den Kompost als loses Material organisieren, sinken die Kosten deutlich. Das lohnt aber nur bei entsprechend großer Fläche. Dann kann man auch über eine Anlieferung bis auf das Grundstück nachdenken. Verteilen muss man mit der Schubkarre.
  • Fremdleistung: Wer dazu keine Lust hat, lässt eine Firma die Bodenverbesserung mit Kompost vornehmen, hier liegt der Preis bei etwa 4-5 € / m².

Jetzt wird der Boden eingebracht und eingearbeitet. Kleinere Flächen kann man umgraben, größere Flächen sollten mit der Gartenfräse bearbeitet werden. Dabei fräst man die Fläche kreuzweise, das heißt einmal in jeder Richtung. So sind Sand und Humus in die durchwurzelbare Schicht eingearbeitet und der Boden schön locker. Jetzt noch einebnen und die Fläche ist pflanzbereit. Wer auf das schweißtreibende Arbeiten mit dem Spaten verzichten möchte, kann eine Fräse mieten, ansonsten führt eine Firma die Bodenlockerung und das Einplanieren für etwa 3-4€ / m² aus, je nachdem wie groß die Fläche ist.

Was kosten Pflanzen? – Was kostet die Pflanzarbeit?

 

Jetzt kann gepflanzt werden. Auch hier kannst du natürlich sparen. Du kannst dir die Pflanzen selbst heranziehen. Das dauert ein bisschen, aber wenn es dir nichts ausmacht, dann ist das deine Lösung.

Möchtest du aber schon bald einen Erfolg sehen und dein üppiges Staudenbeet genießen, dann kaufe alle Pflanzen  lieber sofort.

Um aber hier auch noch einmal den Kostenunterschied zwischen Eigenarbeit und Leistung durch eine Firma aufzuzeigen, gehen wir einfach von einer sofortigen Bepflanzung für den Endzustand aus. Und so rechnest du:

  • Eigenleistung: In einer gut sortierten Staudengärtnerei (den Baumarkt sollte man bei solch einem Vorhaben aus Sortiments- und Kostengründen eher meiden) bekommst du Stauden, je nach Art und Größe zwischen 2-5 € / Stück. Rechne durchschnittlich mit ca. 5 Stück / m² und setzen einen Mittelpreis von 3 € an. Dann zahlst du 15 € / m².
  • Fremdleistung: Lässt du diese Arbeiten durch einen Gartenbaufirma ausführen, liegen die Kosten für die Pflanzenlieferung ganz klar höher. Rechne mit 20-25 € / m². Die Pflanzarbeit liegt je nach größe bei 1-2 € pro Staude, also rechne mit weiteren 10-15 € / m². Für 30 – 40 € / m² (nur Pflanzen und Pflanzarbeiten) erhältst du also eine schöne Staudenfläche.

Meine Zusammenfassung für deine Entscheidung

Fachliche Arbeit kostet. Das ist gut so. Ohne Zweifel ist der Quadratmeter Staudenfläche, den du von einer Firma für 60-70 € anlegen lässt, je nach Größe, erstmal eine Investition.

Wenn man die Kosten für eine Eigenleistung gegenüberstellt, liegt man bei etwa der Hälfte. Aber oft entpuppt sich der Weg zu einer schönen Staudenanlage als Mammutaufgabe.

Es kann unter Umständen lange dauern, ehe du zu dem eigentlichen inspirierenden und kreativen Teil der Arbeit kommst. Deshalb solltest du sorgfältig abwägen: wie groß ist die Fläche, was kann ich selbst leisten, gleich alles auf einmal oder nur erste Gartenbereiche?

Vielleicht unterstützt die Garten- und Landschaftsbaufirma nur bei Abräumen und Bodenvorbereitung und die Planung und Pflanzung schaffst du selbst. Wie auch immer, mach was Schönes draus und triff die richtige Entscheidung.

Ich wünsche dir viel Freude und ein gelungenes Staudenbeet.

Stefan Brückmann

 

Vielen Dank an Stefan Brückmann für seine Zahlen!

 

Du möchtest noch mehr Anregungen, dann lies auch diese Artikel:

Gartenplanung: Wie vermesse ich mein Beet?

Wie du eine Oase aus Pflanzen erschaffst (auch wenn du keinen großen Garten hast)

 

Ich wünsche dir viele Pflanz-Ideen und eine stimmige Kalkulation!

herzliche Grüße und bleib natürlich

Petra

 PS.: Und wenn du kreativ werden möchtest und selbst Hand anlegen willst, dann habe ich noch folgende Empfehlung für dich:

PS: Wenn du dir einen Garten wünschst, der „trockenheitstauglich“ und trotzdem üppig blühend ist, dann wäre vielleicht mein ONLINE KURS SONNENFLUT etwas für dich.

In diesem Kurs zeige ich dir Möglichkeiten, wie dir dein Garten gelingt (egal wie heiß und trocken der nächste Sommer wird). Du wirst Schritt für Schritt geleitet und planst so dein eigenes Beet.

Hast du Lust drauf? Dann ist das DEIN Weg zum Kurs:

ONLINE KURS SONNENFLUT

 

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