Braune Ödnis statt üppiger Blütenpracht?

Mit diesen Pflanzen für den trockenen heißen Standort blüht Dein Garten schnell wieder auf.

Ich wette, jeder Gartenliebhaber hat garantiert mindestens einen Salbei im Garten. Falls nicht…  ja, dann wird es höchste Zeit! Die Salbeiwelt ist facettenreich und groß. Es gibt fast 900 Arten und das in Varianten, wie einjährig, mehrjährig, krautig oder verholzt als Halbstrauch.

Mit ihren himmelblauen Blüten in jeder Schattierung sind sie beliebt in Gräser- oder Rosengärten.  Aber auch im Gemüse- und Kräutergärten sind sie aufgrund ihrer Inhaltsstoffe geschätzte Küchenkräuter oder Heilkräuter für die Hausapotheke.

So vereinen sie Beides – das Schöne und das Nützliche. Und sogar die Bienen fliegen drauf… wenn das kein Grund ist, dieser Pflanze ein Plätzchen im Garten zuzuweisen!

EIN PLÄDOYER FÜR EINE URALTE HEILPFLANZE UND HIMMELBLAUE SCHÖNHEIT:

 

Bild unten: der einjährige Schopfsalbei in mehreren Farben, ein schöner Hochsommerblüher

Einjähriger Ziersalbei

Mit einjährig kultivierten Salbei-Arten erleben Sie im Sommer Ihr blaues Wunder. Jedenfalls meistens… denn es  gibt sie auch in anderen Farben. Dann blühen sie Rosa, Apricote oder Rot, wie Salvia greggii, Salvia coccinea oder Salvia splendens. Oft haben sie ihren wildnishaften Charme bewahrt und passen gerade deshalb gut in naturhafte Gräser- oder Staudenpflanzungen.

Mir persönlich hat es die neue Züchtung des Südamerikasalbeis Salvia guaranitica Amistad angetan. Im vergangenen Jahr habe ich ihn einfach ins Staudenbeet zwischen Gräser und Stauden gesetzt und fand die Wirkung großartig! Er wuchs dort wie ein großer Strauch und blühte den ganzen Sommer bis zum Frost unermüdlich. Ich habe ihn mit einfachblühenden hohen Dahlien kombiniert – wunderschön. Das möchte ich gern wieder tun!

Nachfolgende Salbeiarten passen gut zwischen Stauden und Gräser. Ebenfalls schön wirken sie im Einjährigenbeet oder in Töpfen und Kübeln.

Nachfolgend findest Du:

  • Salvia leucantha – Samtsalbei
  • Salvia gregii – Pfirsichsalbei
  • Salvia sclarea – Muskatellersalbei
  • Salvia guaranitica Amistad – Südamerikasalbei
  • Salvia viridis – Schopfsalbei

Weitere wichtige, hier nicht vorgestelle einjährige Salbeiarten sind:

  • Salvia coccinea – Blutsalbei
  • Salvia farinacea – Mehliger Salbei
  • Salvia splendens – Feuersalbei

Salvia leucantha – Samtsalbei

Er hat gleich zwei deutsche Namen. Er wird mexikanischer Buschsalbei und Samtsalbei genannt. Letzteres liegt an den violett oder leuchtendblauen samtigen Blüten, die in der Regel weiß sind und von farbigen Brakteen ausgehen. Der Name Buschsalbei beschreibt die Größe. Da der Salbei 60 bis 90cm hoch wird, kann er tatsächlich wie ein kleiner Strauch im Garten verwendet werden. Allerdings ist  Salvia leucantha bei uns nicht winterhart. Die Lamiaceae ist in subtropischen und tropischen Nadelwäldern Zentral- und Ostmexikos beheimatet. Im Ziergarten kann er deshalb als Einjährige ins Beet oder mehrjährig als Kübelpflanze in Töpfe gesetzt werden. Im Garten bevorzugt er einen frischen Boden, der möglichst nicht austrocknen sollte. Je nach Standort und Temperatur ist regelmäßig zu wässern. Fruchtbarer humoser Boden ist ein entscheidender Faktor für ein gutes Wachstum. Deshalb ist es ratsam Kompost und organischen Dünger (z.B. Hornspäne) im Frühjahr einzuarbeiten.

Salvia gregii – Pfirsichsalbei

Diesen würzig duftenden Salbei muss man einfach lieben. Der Pfirsichsalbei ist sehr variabel, hat viele kleine Blüten und es gibt ihn in Höhen zwischen 0,30 bis 1,22 m. Auch die Farbschattierungen variieren. Von Scharlachrot und Rot (am häufigsten in freier Wildbahn) bis zu Rose, Weiß, Pink, Lavendel, Aprikose und Veilchenfarben. Oben Schneeweiß, unten eine knallrote Lippe – so sieht die Sorte Hot Lipps beispielsweise aus. Sie ist eine bei uns öfter kultivierte Art. Zum Küssen eben… Die Blüten kann man übrigens auch essen. Sie blühen unermüdlich den ganzen Sommer. Einziger Nachteil; auch diese Art muss man überwintern, da sie aus Teilen Mexikos und Texas zu uns kommt. Die gute Nachricht ist; die Überwinterung ist unkompliziert. Stelle den Topf einfach frostfrei mit etwas Licht auf. Nach einem Rückschnitt bestockt sich die Pflanze ganz gut.

Salvia sclarea – Muskatellersalbei

Wunderschön und stattlich – die dekorative zweijährige Art mit reich verzweigten, eindrucksvollen Blütenständen hat perlmuttschimmernde Blüten und ornamentale große Blätter. Wenn der Salbei blüht, entfaltet er wie alle Salbei Arten, einen phantastisch herben,  und würzigen Duft. Dabei duftet die gesamte Pflanze, nicht nur die Blätter. Der Muskatellersalbei ist eine mediterrane Art. An sonnigen, trockenen, auch steinigen Plätzen sät er sich aus, wodurch er sich selbst erhält. Ursprünglich wurde Muskatellersalbei verwendet, um Wein zu aromatisieren. Auch liefert die Pflanze wertvolles, euphorisierendes Öl für die Aromatherapie. Schon Hildegard von Bingen schwörte auf die alte und bewährte Heilpflanze. Sie nutzte diese, um Tinkturen herzustellen, die bei Magen-Darm-Beschwerden und Appetitlosigkeit halfen.

Salvia guaranitica Amistad – Südamerikasalbei

Salvia guaranitica Amistad  ist eine besonders faszinierende Schönheit in einem atemberaubenden Blauton. Sie hat schwarzviolette Blütenkelche, aus denen sehr große kräftig blaue Blüten entspringen. Die Blütezeit ist von Ende Mai bis zum Frost. Die Blätter sind groß saftig grün und genarbt. Der Wuchs ist trichterförmig und aufrecht. Amistad kann wie ein Strauch im Garten verwendet werden, denn er wird 1,20m hoch. In Kombination mit einfach blühenden Dahlien oder anderen hohen Einjährigen lassen sich phantastische Kombinationen zusammenstellen. Leider ist diese wirkungsvolle Pflanze nicht ganz winterhart, da sie aus dem warmen Mexiko zu uns kommt. Probiere es einmal mit einer Laubschüttung – hin und wieder hat man Glück. Ansonsten bleibt nur das Überwintern im Haus oder eine neue Pflanze im nächsten Jahr.

Salvia viridis – Schopfsalbei

Besonders extravagant und farbenfroh bunt zeigt sich Salvia viridis, der Schopfsalbei. Vom Frühling bis zum Sommer entstehen viele Blütenstöcke mit kleinen Blüten in prächtigen Hochblättern gehüllt, in den Farben Weiß, Pink oder Violett und mit dunkleren Adern. Der Schopfsalbei wird 60-80 Zentimeter groß und etwa halb so breit. Besonders schön und wirkungsvoll sind großen Gruppierungen zwischen anderen einjährige Sommerblumen, anderen Salbeiarten oder Stauden. Salvia viridis eignet sich hervorragend als langanhaltende Schnitt- oder Trockenblume. Wie alle Salbei Arten ist auch der Schopfsalbei aromatisch duftend, was viele Bienen und Schmetterlinge anzieht. Als mediterrane Pflanze wächst und passt er in sonnige, warme Beete mit gut durchlässigem Boden. Hat man ihn einmal, kann er sich auf offenen Böden selbst versamen. Oder möchte man ihn erst etablieren, kann man Mitte April – Ende Mai direkt ins Freiland aussäen. Noch ein Tipp: Sorge für eine gute, aber gut durchlässige Erde in voller Sonne. Diese Art verträgt alkalische Böden.

Ziersalbei als Staude

Die Beliebtheit von staudigen Salbeiarten ist zurecht ungebrochen. Der Steppen-Salbei Salvia nemorosa mit einer breiten Palette an blauen Schattierungen, der Küchensalbei Salvia officinalis mit dem verschiedenfarbigem Laub (portraitiert unter Heilpflanze) oder der Spätherbstsalbei Salvia azurea Grandiflora, eine wunderschöne Art mit leuchtend azurblauer Blüte, haben eines gemeinsam:  Sie sind vielfältig kombinierbar mit anderen zeitgleich blühenden Stauden, Gräsern oder Rosen.

Der Steppensalbei Salvia nemorosa findet, wie der Name schon andeutet, in naturhaften Steppenpflanzungen seine optimale Verwendung. Hier wirkt er am besten in kleinen oder großen Gruppen.  Da er zeitgleich mit den meisten Rosen zur Blüte kommt, ist er ein idealer Begleiter. Seine breite Farbpalette verschiedener Blautöne harmoniert farblich mit den meisten Rosensorten. Mir persönlich gefällt auch die Kombination des Steppensalbei zu weißen Purpursonnenhüten Echinacea purpurea Alba oder wildnishaft, kleinblütigen Taglilien sehr gut. Der Spätherbstsalbei Salvia azurea Grandiflora sieht zu Gräsern wie der Rutenhirse Panicum virgatum Hänse Herms, den Staudensonnenhüten Rudbeckia fulgida var. deamii oder (wie auf dem Foto folgend) mit dem Patagonischen Eisenkraut Verbena bonariensis besonders genial aus. Die hier vorgestellten Salbei Arten sind:

  • Salvia nemerosa – Steppen-Salbei
  • Salvia azurea Grandiflora – Spätherbstsalbei

 

Foto unten: Steppen- Salbei  Salvia nemerosa Caradonna mit Nepeta nervosa, der geaderten Katzenminze in verschiedenen Farben – auf der IGS Hamburg 2013

Salvia nemerosa – Steppen-Salbei

Ursprünglich im östlichen Mitteleuropa und Südwestasien beheimatet, ist der Steppensalbei eine der bekanntesten Stauden in den Gärten. Es gibt viele Sorten mit einer langen Blütezeit. Klassiker sind blau blühende Sorte wie Caradonna, Mainacht oder Blauhügel oder die violett blaue Ostfriesland, rosafarbene Amethyst und weiße Schneehügel. Die Beliebtheit ist kein Wunder, denn neben der Schönheit dieser Pflanze ist auch die unkomplizierte Verwendung im Garten ein Vorteil. Sie hat eine lange Blütezeit von Mai bis Juni/Juli. Den Steppen-Salbei sollte man nach der ersten Hauptblüte auf ein Drittel zurückschneiden, anschließend gut wässern und mit etwas Blaukorn versorgen. Dann bildet er bis zum Frühherbst noch einmal neue Blüten. Das Teilen der Pflanze alle drei Jahre erhält die Blühfreudigkeit. Das Düngen sollte, wenn nötig im Frühjahr nur sparsam, mit einem stickstoffarmen Blühpflanzendünger erfolgen.

Salvia azurea Grandiflora – Spätherbstsalbei

So herrlich klingt der Sommer nach… bis in den Herbst – mit  strahlenden, reinblauen Blüten.  Anspruchslos, reichblühend und aromatisch duftend bereichert dieser höhere Salbei naturnahe Pflanzungen. Seine biegsam überhängenden, nach oben hin verzweigten Stängel auf denen zahlreiche Einzelblüten in lockeren Quirlen stehen, verleihen ihm einen wildnishaften Charakter. Die Art wurde züchterisch bislang wenig bearbeitet. Auch Präriesalbei genannt, wächst er auf kalkreichen, mageren Standorten in vollsonniger Lage. Deshalb ist er gut als Spätblüher (August bis Oktober) in Steppenpflanzungen zu verwenden. Gute Partner sind andere herbstblühenden Stauden wie Astern, Monarden, Kandelaberehrenpreis, Sonnenhüte, Gräser oder wie hier zu sehen das Patagonische Eisenkraut Verbena bonariensis.

Foto unten: Beispiel einer Pflanzung mit Salvia nemerosa Caradonna auf der IGS Hamburg 2013

Salbei als Heilpflanze

Verdauungsbeschwerden, Alzheimererkrankungen, Zahnfleisch- und Halsentzündungen und Wechseljahrsbeschwerden all das lässt sich durch den schönen Lippenblütler aus dem Mittelmeergebiet lindern oder heilen.  Mit seiner stark antibakteriellen, pilzfeindlichen oder schweisshemmenden Wirkung ist die Pflanze vielseitig einsetzbar. Bereits im 9. Jahrhundert in Mitteleuropa eingeführt, wuchs der Echte Salbei in den Klostergärten und wurde dort kultiviert.

Ein anderer Salbei wurde in letzter Zeit als Superfood bekannt. Der Chia Salbei Salvia hispanica hat aufgrund der besonderen Nährstoffe, Einzug in unsere modernen Haushalte gefunden.

Hier die vorgestellten Salbeiarten:

  • Salvia officinalis – Echter Salbei
  • Salvia hispanica – Mexikanische Chia

Salvia officinalis – Echter Salbei

Der Echte Salbei ist ein mehrjähriger Halbstrauch. Aufgrund der aromatischen Blätter mit zahlreich wirksamen Inhaltsstoffen, zählt er zu den wichtigsten Heil- und Gewürzpflanzen. Die immergrüne Salbeipflanze stammt aus dem Mittelmeerraum, ist aber mittlerweile in ganz Europa verbreitet. Dieser Salbei wird bis 80 Zentimeter hoch (mit Blüte). Die Aroma- und Inhaltsstoffe sind in allen Pflanzenteilen vorhanden. Die Verwendung des Echten Salbei in der Medizin und in der Küche hat Tradition und reicht bis in das Mittelalter zurück. Er riecht aromatisch, würzig und schmeckt auch so.  So gibt er Fleischgerichten, Wild, Geflügel, Würste, Fischgerichte und Kräuterkäse eine besondere Note. In vielen Ländern ist Salbeitee ein traditionelles Getränk. Die Blütezeit ist von Mai bis Juli.  Die violetten, selten rosafarbenen oder weißen Blüten haben die typische Form der Lippenblütengewächse und sind übrigens eine hervorragende Bienenweide. Im Garten wird dieser Salbei auch als Zierpflanze verwendet. Das Laub ist besonders attraktiv und es gibt farbige Züchtungen, wie S.o. Iceterina, S.o. Purpurascens, S.o. Tricolor oder S.o. Berggarten. In Kombination sind andere Kräuter, wie der Beifuss Artemisia, Rosmarin, Lavendel, Thymian oder Gräser und Stauden im Ziergarten gute Partner.

Salvia hispanica – Mexikanische Chia

Als Superfood startete Chia in den letzten Jahren durch und eroberte hierzulande zahlreiche Haushalte gesundheitsbewusster Menschen. Bekannt wurde das Korn durch die Überlieferung einer Geschichte. Die legendäre und sagenhafte Ausdauer der Boten, die als Langstreckenläufer oft tagelang zwischen den entlegensten Orten des Inkareiches Botschaften übermittelten, hatten lediglich eine Handvoll Chia Körner bei sich.

Chia wird in Mexiko und Peru angebaut. Ihre sehr nahrhaften Samen haben besonders viel Omega-3-Fettsäuren, vergleichbar mit dem hier angebauten Leinsamen. Der Chia Salbei hat eher einen Nutzwert. Er blüht blau und wird sehr hoch. Im Garten benötigt Chia eine zu lange Vegetationsperiode, um zur Samenreife zu kommen. Möchtest Du es dennoch mal versuchen, dann probiere es mal in einem Gewächshaus oder Wintergarten.

Auf der Gartenschau in Heilbronn 2019 möchte ich im Wechslflor zu dem Thema Superfood den Chia Salbei anpflanzen. Bleibt abzuwarten, wie er sich dort entwickelt.

Vielleicht hast Du ja jetzt Lust einige Arten oder Sorten des Salbei ein wenig auszuprobieren und mit weiteren anderen Stauden, Gräsern oder Rosen im Garten zu kombinieren! Dann wünsche ich dir ein experimentelles Gartenjahr und viel Erfolg dabei!

… und bleib natürlich

Deine Petra 

 

Weitere Informationen und vor allem tolle Sortimente von Salbei Arten und Sorten findest Du in der Gärtnerei  Franks Salvias .

Als Buchtipp möchte ich dir diesmal diese beiden Bücher ans Herz legen:

* Minze, Salbei, Rose: Rezepte mit Kräutern und Blüten, von Lily Diamond
* Mein Kräutergarten: Wie er mir gefällt von Christine Weidenweber 

 

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